
Google Unternehmensprofil einrichten, Bewertungen ehrlich sammeln, Firmendaten säubern, lokale Seiten für Stadtteile und Umland, Kennzahlen – der Praxisleitfaden für Unternehmen in Magdeburg.
Wenn jemand in Magdeburg „Elektriker in der Nähe“, „Zahnarzt Stadtfeld“ oder „Café Sudenburg“ sucht, zeigt Google zuerst den Kartenbereich mit drei Unternehmen und darunter die normalen Treffer. Wer in keinem von beiden auftaucht, existiert für diese Kunden nicht – egal, wie gut die Arbeit ist.
Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du beide Bereiche systematisch belegst. Er richtet sich an Inhaber und Entscheider aus Handwerk, Praxen, Gastronomie, Handel und Dienstleistung in Magdeburg und dem Umland. Du bekommst:
- eine Kurzantwort, wie Google lokal entscheidet
- eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Google Unternehmensprofil, inklusive Kategorien und Fotos
- einen Prozess, mit dem du regelmäßig echte Bewertungen bekommst
- eine Checkliste für konsistente Firmendaten (NAP)
- eine klare Regel, wann Stadtteil- und Umlandseiten sinnvoll sind – und wann nicht
- Beispiele je Branche und die Kennzahlen, an denen du den Erfolg misst
Kurzantwort: So funktioniert lokales SEO in Magdeburg
Lokales SEO heißt, dass dein Unternehmen bei Suchanfragen mit Ortsbezug im Kartenbereich (dem sogenannten Local Pack) und in den organischen Treffern erscheint. Google entscheidet dabei nach Relevanz (passt dein Angebot zur Suche), Entfernung (wie nah bist du am Suchenden oder am genannten Ort) und Bekanntheit (Bewertungen, Erwähnungen, Qualität der Website). Die Entfernung kannst du nicht ändern, die beiden anderen Faktoren sehr wohl. Die wirksamsten Hebel: ein vollständiges Google Unternehmensprofil mit der richtigen Hauptkategorie, ein stetiger Zufluss echter Bewertungen, identische Firmendaten auf allen Plattformen und eine Website mit einer eigenen Seite pro Leistung, die Magdeburg und dein Einzugsgebiet natürlich nennt. Wer diese vier Punkte sauber umsetzt, liegt in den meisten Branchen der Region vor der Mehrheit der Wettbewerber.
Wie Google lokal entscheidet: Relevanz, Nähe, Vertrauen
Google nennt die drei Faktoren für lokale Rankings selbst: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Das klingt abstrakt, wird aber konkret, wenn du dir anschaust, woran Google die drei Punkte festmacht.
- Relevanz: Hauptkategorie, eingetragene Leistungen und Beschreibung im Profil, Inhalte der Website. Dein Hebel: die richtige Kategorie, vollständige Leistungen, eine Seite pro Angebot.
- Entfernung: Standort des Suchenden oder der in der Suche genannte Ort, deine Adresse oder dein Servicegebiet. Dein Hebel: nur indirekt – korrekte Adresse, realistisches Servicegebiet, Umlandseiten dort, wo du wirklich Kunden hast.
- Bekanntheit: Anzahl, Aktualität und Inhalt der Bewertungen, Erwähnungen in Verzeichnissen und lokalen Medien, Links, Qualität der Website. Dein Hebel: ein Bewertungsprozess, saubere Verzeichniseinträge, lokale Partner, eine gute Website.
In der Praxis heißt das: Die Hauptkategorie ist der stärkste einzelne Relevanzhebel – ein Sanitärbetrieb, der als „Handwerker“ statt als „Sanitärinstallateur“ eingetragen ist, taucht bei „Klempner Magdeburg“ kaum auf. Und bei fachlich ähnlichen Betrieben entscheiden Bewertungen und Vollständigkeit des Profils über den Platz im Kartenbereich.
Google Unternehmensprofil Schritt für Schritt
Das Google Unternehmensprofil (früher „Google My Business“) ist der Eintrag, der in Maps und im Kartenbereich der Suche erscheint. Es ist kostenlos, und die meisten Profile in Magdeburg sind nur halb ausgefüllt. Genau das ist deine Chance.
Schritt 1: Profil beanspruchen und verifizieren
Suche bei Google nach deinem Firmennamen. Existiert bereits ein Eintrag (Google legt sie oft automatisch an), klicke auf „Inhaber dieses Unternehmens?“ und beanspruche ihn. Gibt es keinen, lege ihn unter business.google.com neu an. Die Verifizierung läuft je nach Branche per Video, Telefon, E-Mail oder Postkarte – erledige sie vor allem anderen, ohne sie kannst du kaum etwas bearbeiten. Prüfe dabei, ob es doppelte Einträge gibt, etwa vom alten Standort. Dubletten meldest du bei Google zur Zusammenführung, weil sie Bewertungen und Signale aufteilen.
Schritt 2: Kategorien richtig wählen
Die Hauptkategorie beschreibt dein Kerngeschäft so genau wie möglich. Zusatzkategorien ergänzt du nur für Leistungen, die du wirklich anbietest. Google bietet tausende Kategorien an; nimm die spezifischste, nicht die allgemeinste.
| Betrieb | Hauptkategorie | Sinnvolle Zusatzkategorien | Besser nicht |
|---|---|---|---|
| SHK-Betrieb in Buckau | Sanitärinstallateur | Heizungsinstallateur, Klempner | Handwerker, Bauunternehmen |
| Zahnarztpraxis in Stadtfeld | Zahnarzt | Kieferorthopäde nur bei eigener Zulassung | Arzt, Gesundheitszentrum |
| Café in Sudenburg | Café | Frühstücksrestaurant, Bäckerei nur mit eigener Backstube | Restaurant, Bar, Eventlocation |
| Elektrobetrieb in Olvenstedt | Elektriker | Elektroinstallateur, Photovoltaikanlagen-Installateur | Elektronikgeschäft |
| Webagentur | Webdesigner | Internetagentur, Marketingagentur | Softwareunternehmen als Hauptkategorie, wenn Webdesign das Kerngeschäft ist |
Ändere die Hauptkategorie nicht alle paar Wochen – jede Änderung kann eine erneute Prüfung durch Google auslösen.
Schritt 3: Leistungen, Beschreibung und Attribute
- Leistungen: Trage jede Leistung einzeln ein, mit ein bis zwei Sätzen Beschreibung. Ein Malerbetrieb listet „Innenanstrich“, „Fassadenanstrich“, „Tapezierarbeiten“ und „Schimmelsanierung“ getrennt, nicht „Malerarbeiten aller Art“.
- Beschreibung: Bis zu 750 Zeichen. Die ersten zwei Sätze sagen, was du für wen in welchem Gebiet machst: „Meisterbetrieb für Heizung und Sanitär in Magdeburg. Wir betreuen Privatkunden und Hausverwaltungen in Magdeburg, Schönebeck und dem Jerichower Land.“ Keine Keyword-Listen, keine Superlative.
- Attribute: Barrierefreier Zugang, Parkplätze, Online-Termine, Bezahlmethoden – alles, was zutrifft.
- Servicegebiet: Wenn du zu Kunden fährst, gib die Orte an, die du wirklich bedienst – nicht „ganz Sachsen-Anhalt“, wenn du faktisch im Umkreis von 30 Kilometern arbeitest.
Schritt 4: Fotos, die Vertrauen schaffen
Fotos entscheiden, ob jemand aus dem Kartenbereich heraus anruft. Stockfotos fallen sofort auf und schaden. Zehn echte, aktuelle Bilder wirken mehr als hundert beliebige. Diese Fotos gehören ins Profil:
- Logo und Titelbild für die Wiedererkennung zwischen Maps, Website und Social Media
- Außenansicht mit Eingang bei Tageslicht und lesbarer Beschilderung, damit Kunden dich finden
- Innenräume: Empfang, Wartebereich, Verkaufsraum, Werkstatt – das nimmt die Hemmschwelle vor dem ersten Besuch
- Team bei der Arbeit, keine gestellten Gruppenfotos: Menschen rufen bei Menschen an
- Arbeit und Produkte: fertige Projekte, Vorher-Nachher, Gerichte, Waren
Lade alle vier bis acht Wochen ein bis zwei neue Fotos hoch. Aktualität ist ein Signal, und Kunden sehen, dass der Betrieb lebt. Unpassende Fotos von Nutzern kannst du bei Google melden.
Schritt 5: Öffnungszeiten, Beiträge, Fragen und Antworten
- Öffnungszeiten inklusive Feiertage und Betriebsferien pflegen. Eine verschlossene Tür trotz „geöffnet“ bei Google führt zuverlässig zu schlechten Bewertungen.
- Beiträge ein- bis zweimal im Monat: ein abgeschlossenes Projekt, ein saisonaler Hinweis („Heizungscheck vor dem Winter“), eine Aktion mit Zeitraum. Die Inhalte kannst du aus deinem Social-Media-Plan übernehmen – wie du den aufbaust, steht im 30-Tage-Plan für Social Media.
- Fragen und Antworten: Du kannst selbst Fragen stellen und beantworten. Nutze das für die fünf häufigsten Telefonfragen: Angebot kostenlos? Parkplätze? Notdienst? Kassenpatienten? Reservierung nötig?
- Website-Link: Verlinke auf die Seite, die zur Hauptkategorie passt, nicht zwangsläufig auf die Startseite. Häng UTM-Parameter an (kleine Zusätze an der Adresse, mit denen deine Web-Analyse die Herkunft erkennt), damit du Besucher aus dem Profil in der Auswertung wiederfindest.
- Termin- oder Reservierungslink: Wenn du online Termine oder Tische anbietest, hinterlege den Link direkt im Profil.
Bewertungen bekommen, ohne sie zu kaufen
Bewertungen sind das stärkste Vertrauenssignal im Kartenbereich und der Grund, warum jemand dich statt den Nachbarn anruft. Entscheidend sind Anzahl, Aktualität und Inhalt. Fünf Bewertungen aus dem letzten Monat wirken stärker als fünfzig aus dem Jahr 2019.
Der Prozess, der im Alltag funktioniert
- Zeitpunkt festlegen: Direkt nach dem Abschluss, wenn die Zufriedenheit am höchsten ist – bei der Übergabe, nach dem Termin, an der Kasse.
- Persönlich fragen: „Wenn Sie zufrieden waren, würde uns eine Google-Bewertung sehr helfen. Ich schicke Ihnen gleich den Link.“ Ein Satz reicht, der Mensch vor Ort gibt den Ausschlag.
- Link bereitstellen: Im Unternehmensprofil findest du unter „Rezensionen erhalten“ einen kurzen Link. Verschick ihn per SMS, WhatsApp oder E-Mail oder druck ihn als QR-Code auf Rechnung, Visitenkarte, Kassenbon oder ein Schild im Wartezimmer.
- Erinnern: Eine freundliche Erinnerung nach einer Woche ist in Ordnung, mehr nicht.
- Kontinuierlich statt in Wellen: Lieber jede Woche zwei Bewertungen als dreißig an einem Tag. Plötzliche Schübe wirken unnatürlich und werden eher gefiltert.
Vorlage für die Nachricht nach dem Termin: „Vielen Dank für Ihr Vertrauen, Frau Schulze. Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden waren, freuen wir uns über eine kurze Bewertung bei Google. Hier ist der direkte Link: … Das dauert eine Minute und hilft uns als lokalem Betrieb enorm. Viele Grüße, Ihr Team von …“
Was du nicht tun solltest
- Bewertungen kaufen oder belohnen. Rabatte, Gutscheine oder Gewinnspiele als Gegenleistung verstoßen gegen die Google-Richtlinien. In Deutschland sind gekaufte oder gefälschte Bewertungen zudem wettbewerbsrechtlich angreifbar – Abmahnungen durch Mitbewerber kommen vor. Im Zweifel frag deinen Anwalt, nicht den Anbieter der Bewertungen.
- Nur zufriedene Kunden fragen. Das sogenannte Review Gating (erst intern abfragen, dann nur die Zufriedenen zu Google schicken) untersagen die Google-Richtlinien ausdrücklich.
- Bewertungsstationen im Laden. Viele Bewertungen von derselben Internetverbindung an einem Tag werden häufig gefiltert.
- Bewertungen von Mitarbeitenden oder Familie. Leicht erkennbar, und sie untergraben die Glaubwürdigkeit der echten.
Auf jede Bewertung antworten
Antworte innerhalb weniger Tage, persönlich und kurz. Bei positiven Bewertungen: bedanken und den Auftrag benennen („Danke, dass wir Ihre Heizung in Stadtfeld erneuern durften“) – das zeigt künftigen Kunden, was du machst, und nennt nebenbei Leistung und Ort. Bei kritischen Bewertungen: ruhig bleiben, die Erfahrung bedauern, eine Lösung anbieten und das Gespräch auf Telefon oder E-Mail verlagern. Niemals öffentlich streiten, keine Kundendaten nennen. Bewertungen, die klar gegen die Richtlinien verstoßen, kannst du bei Google melden – rechne aber nicht damit, dass jede gelöscht wird.
Tipp: Kopple die Bewertungsanfrage an einen Schritt, der ohnehin passiert: Rechnung geschrieben, Termin beendet, Ware übergeben. Wer einen festen Auslöser hat, vergisst sie nicht. Nach drei Monaten ist das Routine, und der Zufluss an Bewertungen wird stetig statt zufällig.
NAP-Konsistenz: ein Name, eine Adresse, eine Nummer
NAP steht für Name, Adresse, Telefonnummer. Google gleicht diese Daten über viele Quellen ab: Website, Impressum, Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse, Social-Media-Profile, Kartendienste. Je einheitlicher die Angaben, desto sicherer ordnet Google alle Einträge demselben Unternehmen zu. Widersprüche kosten Vertrauen und im Zweifel den Platz im Kartenbereich.
| Abweichung | Beispiel | So löst du es |
|---|---|---|
| Firmenname variiert | „Müller Elektro GmbH“, „Elektro Müller“ und „Müller Elektrotechnik“ nebeneinander | Eine Schreibweise festlegen (die aus dem Impressum) und überall übernehmen |
| Straße unterschiedlich abgekürzt | „Halberstädter Str. 12“ gegen „Halberstädter Straße 12“ | Ausgeschriebene Form verwenden, auch in Verzeichnissen |
| Mehrere Telefonnummern | Festnetz im Impressum, Handy im Profil, alte Nummer im Verzeichnis | Eine Hauptnummer für alle öffentlichen Einträge, die anderen nur als Zusatz |
| Alte Adresse nach Umzug | Verzeichniseintrag zeigt noch den Standort von 2019 | Alle Einträge auflisten, nacheinander aktualisieren, Dubletten löschen lassen |
| Verschiedene Ortsangaben | Profil sagt „Magdeburg“, Website sagt „Magdeburg-Stadtfeld“ | Ort und Postleitzahl identisch halten, Stadtteil nur ergänzend im Text |
So gehst du vor: Erstelle eine Liste mit allen Orten, an denen deine Firmendaten stehen. Für die meisten Betriebe in Magdeburg sind das die Website (Footer, Kontaktseite, Impressum), das Google Unternehmensprofil, Apple Karten, Bing Places, Gelbe Seiten, Das Örtliche, 11880, branchenspezifische Portale (Jameda für Praxen, MyHammer für Handwerker, TripAdvisor für Gastronomie), Facebook, Instagram, LinkedIn sowie Verzeichnisse von Handwerkskammer oder Innung. Prüfe jeden Eintrag einmal, korrigiere ihn und notiere das Datum. Danach reicht eine Kontrolle pro Jahr.
Tipp: Hinterlege die Firmendaten auf der Website als strukturierte Daten vom Typ LocalBusiness. Dann liest Google Name, Adresse, Telefon und Öffnungszeiten maschinenlesbar aus, und du hast eine verbindliche Referenz für alle anderen Einträge. Wie das geht, steht im Artikel zu Structured Data für lokale Unternehmen.
Lokale Landingpages: Stadtteile und Umland richtig nutzen
Der häufigste Fehler auf Websites aus der Region: eine Seite „Leistungen“ mit fünf Zeilen Text und zwanzig Ortsnamen. Das rankt selten und wirkt auf Kunden wie Spam. Der zweithäufigste: zehn Stadtteilseiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden – Google erkennt die Dubletten und zeigt bestenfalls eine davon.
Die Regel, die sich bewährt hat: eine starke Seite pro Leistung mit Ortsbezug, und eigene Ortsseiten nur dort, wo du echte Kunden, echte Referenzen und echte Unterschiede hast.
| Seitentyp | Beispiel | Sinnvoll, wenn | Nicht sinnvoll, wenn |
|---|---|---|---|
| Leistungsseite mit Ortsbezug | „Heizungsinstallation in Magdeburg“ | Immer – für jede Hauptleistung eine Seite | Nie, das ist die Basis |
| Stadtteile im Text der Leistungsseite | Absatz „Wir sind regelmäßig in Stadtfeld, Sudenburg, Buckau und Olvenstedt unterwegs“ | Du arbeitest im ganzen Stadtgebiet | Du bist nur in einem Stadtteil tätig – dann gehört er in die Überschrift |
| Eigene Stadtteilseite | „Zahnarzt in Stadtfeld“ | Praxis oder Laden mit Standort im Stadtteil, Suchvolumen für Stadtteil plus Leistung vorhanden | Du hast keinen Standort dort und keine eigenen Inhalte |
| Umlandseite | „Elektriker in Schönebeck“, „Dachdecker in Burg“, „Heizungsbau in Wolmirstedt“ | Regelmäßige Aufträge dort, Referenzen aus dem Ort, eigene Anfahrtsinfos, ggf. Ansprechpartner | Du warst dort einmal vor drei Jahren und hoffst auf Anfragen |
| Regionsseite | „Servicegebiet: Magdeburg, Börde, Jerichower Land, Salzlandkreis“ | Als Übersicht mit Karte und Links zu den Umlandseiten | Als einzige lokale Seite ohne Leistungstiefe |
Aufbau einer lokalen Leistungsseite
So sieht eine Seite aus, die rankt und Anfragen bringt – am Beispiel eines SHK-Betriebs:
- Überschrift: Leistung plus Ort: „Heizungsinstallation in Magdeburg“
- Einstieg (3–5 Sätze): Für wen, welches Ergebnis, wie ihr arbeitet, seit wann, Einzugsgebiet
- Leistungen konkret: Gasheizung, Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Wartung – jeweils zwei Sätze, keine Floskeln
- Ablauf: Anfrage, Vor-Ort-Termin, Festpreisangebot, Umsetzung, Abnahme – mit ehrlichen Zeitangaben
- Referenzen aus der Umgebung: „Wärmepumpe in einem Reihenhaus in Olvenstedt, Umsetzung in vier Tagen“
- Preisrahmen oder Einflussfaktoren: gern mit „ab“-Angaben, wenn du sie halten kannst
- FAQ: Die fünf Fragen, die am Telefon kommen (Dauer, Förderung, Notdienst, Zahlung, Gewährleistung)
- Lokaler Kontext: Anfahrt, Parken, Einzugsgebiet, Ansprechpartner mit Foto
- Kontakt: Telefonnummer klickbar, Formular mit drei Feldern, Rückrufoption
Wie du die Texte dafür schreibst, ohne in Werbesprache zu verfallen, zeigt der Artikel Website-Texte, die verkaufen. Wie die Kontaktseite aussehen sollte, damit Besucher wirklich anfragen, steht im Artikel zur Kontaktseite.
Umlandseiten, die kein Duplikat sind
Eine Seite „Elektriker in Schönebeck“ braucht Inhalte, die nur für Schönebeck gelten: Anfahrtszeit von Magdeburg, Referenzen aus Schönebeck oder Bad Salzelmen, typische Gebäude dort, Partner vor Ort, Notdienstzeiten für das Gebiet. Kannst du das nicht mit Substanz füllen, lass die Seite weg und nenne den Ort im Servicegebiet und auf der Hauptseite.
Tipp: Schreib die Umlandseite erst, wenn du drei Referenzen aus dem Ort hast. Dann füllt sich die Seite fast von selbst mit echten Inhalten, und du musst nichts erfinden. Vorher reicht der Ort in der Aufzählung des Servicegebiets.
Beispiele je Branche
Lokales SEO funktioniert in jeder Branche gleich, die Schwerpunkte unterscheiden sich aber.
| Branche | Wichtigste Suchen | Größter Hebel | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Handwerk (SHK, Elektro, Dach, Maler) | Leistung plus Magdeburg, Leistung plus Notdienst, Leistung plus Umlandort | Leistungsseiten mit Referenzen und Preisfaktoren, Bewertungen nach jeder Übergabe | Eine Sammelseite für alle Gewerke, keine Fotos von echten Baustellen |
| Praxen (Zahnarzt, Physio, Hausarzt) | Fachrichtung plus Stadtteil, etwa „Zahnarzt Stadtfeld“ oder „Physiotherapie Sudenburg“ | Profil mit korrekter Fachkategorie, Team- und Praxisfotos, Online-Terminbuchung | Öffnungszeiten veraltet, keine Antwort auf Bewertungen, Jameda und Google widersprechen sich |
| Gastronomie und Cafés | Café Sudenburg, Restaurant Buckau, Frühstück Magdeburg, Lokal in der Nähe | Speisekarte im Profil, regelmäßig neue Fotos, Reservierungslink, Bewertungen am Tisch per QR-Code | Speisekarte nur als PDF, Öffnungszeiten an Feiertagen falsch |
| Einzelhandel | Produkt plus Magdeburg, Geschäft plus Stadtteil, Öffnungszeiten | Produkte und Angebote im Profil, Verfügbarkeit auf der Website, Aktionen mit Zeitraum | Kein Hinweis auf Parkplätze und Anfahrt, Profil ohne Innenfotos |
| B2B und Industrie | Leistung plus Sachsen-Anhalt, Lieferant plus Region | Referenzen mit Branchenbezug, Standortseite mit Ansprechpartnern, Einträge in Verbänden | Profil vernachlässigt, weil „unsere Kunden suchen nicht bei Google“ – tun sie doch |
Wenn du eine Website für einen Handwerksbetrieb oder eine Praxis planst, findest du auf unseren Seiten zu Webdesign für Handwerksbetriebe in Magdeburg und Webdesign für Arztpraxen, wie wir lokale Struktur von Anfang an einbauen.
Lokale Autorität: Erwähnungen und Links aus der Region
Wenn zwei Betriebe ähnlich gute Profile haben, entscheidet die Bekanntheit außerhalb des eigenen Profils. Google wertet dafür Erwähnungen und Links von anderen Websites. Für ein Unternehmen in Magdeburg sind das realistisch:
- Innungen, Kammern, Verbände: Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, IHK, Fachverbände – Mitgliederverzeichnisse mit Link zur Website
- Lokale Partner und Lieferanten: Wer mit dir arbeitet, kann dich auf seiner Partnerseite nennen. Frag danach.
- Vereine und Sponsoring: Trikotsponsoring beim Sportverein im Stadtteil bringt oft einen Link – und Sichtbarkeit bei genau den Menschen, die in deiner Nähe wohnen
- Lokale Medien und Portale: Stadtmagazine, regionale Zeitungen, Stadtteilportale, Veranstaltungskalender
- Referenzen: Kunden, die von dir erzählen, verlinken gern – vor allem im B2B
Was du nicht brauchst: gekaufte Links, Verzeichnisse ohne Nutzer, Linktausch mit Betrieben aus anderen Städten. Ein Link vom Sportverein in Olvenstedt ist für lokale Sichtbarkeit mehr wert als zehn Einträge in anonymen Linklisten.
Technische Basis: Website, Ladezeit, Tracking
Das beste Profil verpufft, wenn die Website auf dem Handy nicht lädt oder das Kontaktformular nicht funktioniert. Die Mindestanforderungen:
- Mobil zuerst: Die meisten lokalen Suchen kommen vom Smartphone. Telefonnummer antippbar, Menü bedienbar, Formular mit großen Feldern.
- Ladezeit: Bilder komprimiert, keine überflüssigen Skripte. Orientierung geben die Core Web Vitals mit LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden und CLS unter 0,1 – erklärt im Artikel zu den Core Web Vitals.
- Indexierung: Sitemap eingereicht, keine versehentlichen Noindex-Anweisungen.
- Strukturierte Daten: LocalBusiness mit Adresse, Telefon und Öffnungszeiten auf Start- oder Kontaktseite.
- Tracking: Miss mindestens Klicks auf die Telefonnummer, abgeschickte Formulare und Klicks auf E-Mail oder WhatsApp. Wie du das datenschutzkonform einrichtest, steht im Event-Tracking-Plan.
Kennzahlen: Woran du erkennst, dass es wirkt
Lokales SEO ohne Messung ist Blindflug. Die gute Nachricht: Die wichtigsten Zahlen stehen kostenlos im Unternehmensprofil und in der Google Search Console. Notiere die Startwerte, bevor du anfängst, und vergleiche monatlich.
| Kennzahl | Wo | Was sie dir sagt | Rhythmus |
|---|---|---|---|
| Profilaufrufe in Suche und Maps | Unternehmensprofil, Bereich Leistung | Wie oft dein Eintrag angezeigt wurde | Monatlich vergleichen |
| Suchanfragen, die zum Profil führten | Unternehmensprofil, Bereich Leistung | Ob du für Leistung plus Ort erscheinst oder nur für den Firmennamen | Monatlich, Anteil ohne Firmennamen sollte steigen |
| Anrufe, Routenanfragen, Website-Klicks | Unternehmensprofil, Bereich Leistung | Die eigentlichen Handlungen aus dem Profil heraus | Monatlich, das ist die Kernzahl |
| Anzahl und Durchschnitt der Bewertungen | Profil, öffentlich sichtbar | Vertrauenssignal und Rankingfaktor | Wöchentlich neue Bewertungen anstreben |
| Impressionen und Klicks für lokale Suchbegriffe | Google Search Console, Leistung, Filter auf „Magdeburg“ | Sichtbarkeit der Website in den organischen Treffern | Monatlich, nach Leistungsseite auswerten |
| Anfragen über die Website (Anruf, Formular, Mail) | Web-Analyse mit Events | Was am Ende zählt: Kontakte | Monatlich, getrennt nach Quelle Profil oder organisch |
Ein sinnvolles Ziel für die ersten sechs Monate: mehr Suchanfragen ohne deinen Firmennamen, mehr Anrufe und Routenanfragen aus dem Profil, mindestens eine neue Bewertung pro Woche. Rankings einzelner Begriffe schwanken je nach Standort des Suchenden stark – mach sie nicht zur einzigen Kennzahl.
Häufige Fehler beim lokalen SEO
- Profil angelegt und vergessen. Ein Profil ohne neue Fotos, Beiträge und Bewertungen seit einem Jahr verliert gegen jeden aktiven Wettbewerber.
- Falsche oder zu allgemeine Hauptkategorie. Der stärkste Hebel, am häufigsten falsch gesetzt.
- Keyword-Stuffing im Firmennamen. „Elektro Müller Magdeburg Elektriker Notdienst günstig“ verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung des Profils führen. Der Name im Profil ist der Name auf dem Firmenschild.
- Zwanzig Ortsnamen im Footer. Wirkt auf Google und Kunden gleichermaßen wie Spam.
- Bewertungen in Wellen oder gekauft. Fällt auf, wird gefiltert, kann abgemahnt werden.
- Website ohne Ortsbezug. Wer nirgends schreibt, dass er in Magdeburg arbeitet, wird für „Magdeburg“ nicht gefunden.
- Doppelte Profile. Alter Standort, alte Firmierung, Eintrag vom Vorbesitzer – Bewertungen und Signale verteilen sich.
- Kein Tracking. Nach sechs Monaten fehlt der Beleg, was die Arbeit gebracht hat.
Aufwand, Kosten und wann es sich nicht lohnt
Selbst umsetzen: Das Profil einmal vollständig einzurichten kostet drei bis fünf Stunden, inklusive Fotos. Die Pflege danach etwa eine Stunde im Monat. Die Bereinigung der Verzeichniseinträge ist einmalig ein halber Tag. Lokale Leistungsseiten brauchen einen halben bis ganzen Tag pro Seite, wenn du sie selbst schreibst.
Mit Agentur: Kosten entstehen vor allem für die Leistungsseiten, die technische Basis der Website und die laufende Pflege. Eine Website mit sauberer lokaler Struktur gibt es bei uns als Starter-Website ab 1.499 € netto oder als Hero-Website ab 3.900 € netto, wahlweise monatlich über zwölf Monate oder einmalig mit 10 % Rabatt. Laufendes lokales SEO vereinbaren wir nach Aufwand.
Wann lohnt es sich nicht: Wenn deine Kunden nicht lokal suchen – etwa bei einem reinen Onlineshop mit bundesweitem Versand oder einem Zulieferer mit fünf Großkunden. Dann ist ein gepflegtes Profil trotzdem sinnvoll, weil Geschäftspartner den Firmennamen googeln, aber Stadtteil- und Umlandseiten sind verschwendete Zeit.
Checkliste: Lokales SEO in 12 Punkten
- Profil verifiziert, keine Dubletten, Hauptkategorie spezifisch
- Leistungen einzeln eingetragen, Beschreibung nennt Leistung, Zielgruppe und Gebiet
- Mindestens zehn echte Fotos, alle vier bis acht Wochen ein neues
- Öffnungszeiten inklusive Feiertage gepflegt, häufige Fragen beantwortet
- Website-Link auf die passende Zielseite, mit UTM-Parametern
- Fester Auslöser für die Bewertungsanfrage, Link als QR-Code und Nachrichtenvorlage
- Jede Bewertung innerhalb weniger Tage beantwortet
- NAP auf Website, Impressum, Profil und in Verzeichnissen identisch, alte Einträge bereinigt
- Strukturierte Daten vom Typ LocalBusiness auf der Website
- Eine Leistungsseite pro Hauptleistung mit Ortsbezug und Referenzen, Umlandseiten nur mit eigenen Inhalten
- Mobil geprüft, Ladezeit im grünen Bereich, Telefon- und Formular-Klicks gemessen
- Startwerte notiert, monatlicher Vergleich von Profil-Kennzahlen und Search Console
Nächster Schritt
Wenn du das selbst umsetzt: Fang mit dem Profil an, dann die Bewertungen, dann die Firmendaten. Diese drei Punkte kosten fast nichts außer Zeit und bringen oft schon nach wenigen Wochen mehr Anrufe. Die Leistungsseiten kommen danach.
Wenn du lieber einen Partner hast, der Profil, Verzeichnisse, lokale Seiten und Tracking aus einer Hand aufsetzt und dir monatlich zeigt, was es gebracht hat: Das machen wir seit 2013 für Unternehmen aus Magdeburg und Sachsen-Anhalt.



