
Was ein Online-Shop wirklich kostet, welche Faktoren das Budget treiben, wie lange ein Shop-Projekt dauert und welche neun Fehler Umsatz kosten – systemunabhängig, mit Tabellen und Checkliste.
„Was kostet ein Online-Shop?“ ist die erste Frage in fast jedem Erstgespräch. Die ehrliche Antwort: Das hängt weniger vom Shopsystem ab als von deinem Sortiment, deinen Versandfällen und den Systemen, die dranhängen. Wer nur „die Website“ sieht, plant zu knapp und zahlt die Differenz später in Umbauten.
Dieser Artikel ist für Inhaber und Entscheider, die einen Shop planen oder ein Angebot auf dem Tisch haben: Händler, Manufakturen, Handwerksbetriebe mit Ersatzteilen oder Zubehör, Gastronomen mit Feinkost, B2B-Unternehmen mit Katalog. Er ist bewusst systemunabhängig. Du bekommst:
- eine Kurzantwort mit realistischen Kostenrahmen
- die drei Kostenblöcke, die jedes Angebot enthalten sollte
- eine Tabelle mit den Kostentreibern und wie du sie klein hältst
- eine realistische Timeline in fünf Phasen
- eine Checkliste mit acht Fragen, die teure Umbauten verhindern
- die neun häufigsten Fehler mit Folge und Lösung
- einen ehrlichen Abschnitt dazu, wann sich ein eigener Shop nicht lohnt
Die Systemfrage (Shopify, WooCommerce oder individuell) behandeln wir hier nur kurz, dafür gibt es einen eigenen Vergleichsartikel. Hier geht es um Budget, Zeit und Fehler.
Kurzantwort: Was kostet ein Online-Shop?
Ein professioneller Online-Shop kostet einmalig zwischen rund 4.000 und 25.000 € netto, in komplexen Fällen deutlich mehr. Ein Starter-Shop auf Basis eines angepassten Themes mit wenigen Produkten beginnt bei uns ab 3.960 €. Kleine Shops mit eigenem Design und Standard-Checkout liegen häufig bei 5.000 bis 12.000 €, mittlere Shops mit Varianten, Zahlungsarten und Versandlogik bei 10.000 bis 25.000 €. Ab 25.000 € geht es los, wenn Warenwirtschaft, Produktdatensystem oder individuelle Prozesse angebunden werden. Dazu kommen immer Inhalte (Produktdaten, Bilder, Texte, Rechtstexte) und laufende Kosten für Betrieb, Gebühren und Pflege. Ein realistischer Zeitrahmen für kleine bis mittlere Shops sind sechs bis zwölf Wochen, wobei Produktdaten fast immer der Engpass sind.
Die drei Kostenblöcke, die jedes Angebot enthalten sollte
Ein Angebot, das nur die Technik enthält, ist unvollständig. Rechne bei jedem Shop mit drei Blöcken:
| Block | Was dazugehört | Wer es liefert | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Technik (Build) | Shopsystem, Design oder Theme-Anpassung, Produktseiten, Checkout, Zahlungsarten, Versandregeln, Schnittstellen, Tracking | Agentur oder Entwickler | Nur dieser Block wird kalkuliert |
| Inhalte (Content) | Produktdaten, Bilder, Beschreibungen, Kategorietexte, Startseite, FAQ, Rechtstexte | Meist du selbst, teilweise Fotograf, Texter, Rechtstext-Anbieter | Niemand hat Zeit dafür eingeplant, der Launch verschiebt sich |
| Betrieb (Run) | Systemgebühren oder Hosting, Zahlungsgebühren, Apps, Updates, Backups, Monitoring, Rechtstext-Aktualisierung, Optimierung | Anbieter, Agentur, du | Wird als „läuft dann von allein“ abgetan |
Ein Beispiel: Ein Feinkosthändler aus Magdeburg-Sudenburg bekommt ein Angebot über 6.000 € für Technik und Design. Er hat 180 Produkte ohne saubere Daten, keine Freisteller-Fotos und keine Rechtstexte. Realistisch kommen 40 bis 60 Stunden eigene Arbeit für Produktdaten, ein Fototermin und ein Rechtstext-Paket dazu. Das Budget ist nicht 6.000 €, sondern 6.000 € plus zwei Wochen Arbeitszeit plus laufende Gebühren. Wer das vorher weiß, plant richtig.
Kostenrahmen nach Shop-Größe
Die Größe eines Shops bemisst sich nicht an der Seitenzahl, sondern an Varianten, Versandregeln und Integrationen. Diese Rahmen haben sich in unseren Projekten als realistisch erwiesen:
| Größe | Merkmale | Einmalkosten | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Starter | Angepasstes Theme, bis etwa 50 Produkte, wenige Varianten, Standard-Checkout, eine Versandzone | ab 3.960 € (Starter-Shop) | Manufaktur mit 20 Produkten, Versand nur innerhalb Deutschlands |
| Klein | Eigenes Design, Standard-Checkout, einfache Varianten, Basis-Tracking | 5.000 bis 12.000 € | Modelabel mit Größen und Farben, PayPal und Kreditkarte |
| Mittel | Viele Varianten, Filter, mehrere Zahlungsarten, Versandlogik mit Zonen und Staffeln, Newsletter-Anbindung | 10.000 bis 25.000 € | Händler mit 1.000 Artikeln, Rechnungskauf, Sperrgut und Abholung |
| Komplex | ERP- oder Warenwirtschafts-Anbindung, PIM, B2B-Preislisten, Konfiguratoren, Mehrsprachigkeit | ab 25.000 € | Industriezulieferer mit Kundengruppen, Staffelpreisen und Lagerabgleich |
Einstiegspreise nach Shop-Größe (einmalig, netto)
Unsere eigenen Pakete für Shopify liegen bei Starter-Shop ab 3.960 € und Hero-Shop ab 7.920 € (netto, zahlbar monatlich über zwölf Monate oder einmalig mit zehn Prozent Rabatt). Individuelle Shops kalkulieren wir nach Anforderungen. Was genau in einer individuellen Shopify-Entwicklung steckt, steht im Artikel Shopify Entwicklung: Onlineshop erstellen lassen.
Tipp: Wenn du unsicher bist, ob du „klein“ oder „mittel“ bist: Zähle deine Produktvarianten, deine Versandfälle und die Systeme, die angebunden werden müssen. Diese drei Zahlen sagen mehr über das Budget als jede Wunschliste an Funktionen.
Was die Kosten wirklich treibt
Schönes Design ist selten der Kostentreiber. Teuer wird ein Shop durch Logik, die im Hintergrund stimmen muss. Hier die Faktoren, die in Angeboten den Unterschied machen, und wie du sie klein hältst:
| Kostentreiber | Warum es teuer wird | So hältst du es klein |
|---|---|---|
| Produktvarianten und Filter | Größen, Farben, Sets und Bundles brauchen saubere Attribute, sonst funktionieren Filter und Lager nicht | Vor dem Kickoff ein Produktdaten-Schema festlegen und Varianten in einer Tabelle sauber pflegen |
| Zahlungsarten | Jede Zahlungsart hat eigene Regeln, Gebühren und Fehlerfälle, Rechnungskauf braucht Bonitätsprüfung | Mit PayPal, Kreditkarte und einer Option für Rechnungskauf starten, Rest später |
| Versandlogik | Zonen, Sperrgut, Spedition, Gefahrgut, Inseln, Abholung und Staffelpreise multiplizieren die Regeln | Alle Versandfälle vor dem Angebot auflisten, seltene Fälle manuell abwickeln |
| Schnittstellen | Warenwirtschaft, PIM, CRM, Newsletter, Fulfillment: Jede Anbindung ist ein eigenes kleines Projekt | Nur anbinden, was täglich Arbeit spart, Rest per Export und Import |
| Mehrsprachigkeit | Jede Sprache verdoppelt Texte, Rechtstexte, Steuerregeln und Support | Erst den Heimatmarkt, zweite Sprache nach dem ersten Jahr |
| Tracking und Consent | Kauf-Ereignisse, Zahlungsanbieter-Ausnahmen und ein sauberer Banner brauchen Zeit für Test und Dokumentation | Vier Ereignisse festlegen, Banner ohne Kompromisse, alles einmal sauber testen |
| Inhalte | Produktbilder, Texte und Kategorien sind Handarbeit, die niemand kalkuliert | Früh anfangen, Standards festlegen, notfalls extern einkaufen |
Timeline: realistischer Ablauf in fünf Phasen
Ein Shop-Projekt ist kein Wasserfall, in dem eine Phase sauber nach der anderen kommt. Trotzdem hilft eine Phasenplanung, damit alle wissen, was wann von wem gebraucht wird.
| Phase | Dauer | Was passiert | Was du liefern musst |
|---|---|---|---|
| 1. Anforderungen | 3 bis 7 Tage | Zielgruppe, Sortiment, Prozesse, Zahlungs- und Versandregeln, Kennzahlen, Systemwahl | Produktliste, Versandfälle, Zahlungsarten, angebundene Systeme |
| 2. Struktur | 3 bis 7 Tage | Kategorien, Filter, Navigation, Suchlogik, Seitentypen | Feedback zu Kategorien, Freigabe der Struktur |
| 3. Design und Umsetzung | 2 bis 6 Wochen | Startseite, Kategorie, Produktseite, Warenkorb, Checkout, Zahlungsarten, Versand, Tracking | Logo, Bildmaterial, Feedback in festen Runden |
| 4. Produktdaten und Inhalte | 1 bis 4 Wochen, parallel | Import der Produkte, Bilder, Texte, Kategorietexte, Rechtstexte, FAQ | Fertige Produktdaten, Bilder, Texte, Rechtstexte |
| 5. Test und Launch | 3 bis 10 Tage | Testbestellungen je Zahlungsart, Versandregeln, Tracking, Performance, Rechtstexte, Weiterleitungen | Testkäufe aus Kundensicht, Freigabe |
Die Phasen 3 und 4 laufen parallel. Genau hier entsteht der häufigste Verzug: Die Technik ist fertig, die Produktdaten nicht. Wer schon in Phase 1 mit den Daten beginnt, launcht oft Wochen früher.
Tipp: Vereinbare für die Produktdaten einen festen internen Termin mit Verantwortlichem, genau wie für die Technik. „Machen wir nebenbei“ hat in unseren Projekten noch nie funktioniert.
Vor dem Start: 8 Fragen, die teure Umbauten verhindern
Beantworte diese Fragen schriftlich, bevor du ein Angebot einholst. Jede unbeantwortete Frage ist ein potenzieller Nachtrag.
- Wie viele Produkte und Varianten hast du, auch in zwölf Monaten? Ein Shop für 30 Produkte ist anders gebaut als einer für 3.000.
- Welche Versandfälle gibt es wirklich? Paket, Sperrgut, Spedition, Abholung, Ausland, Inseln, Kühlware.
- Welche Zahlungsarten sind Pflicht, und für welche Zielgruppe? Rechnungskauf ist im B2B fast Pflicht, bei Endkunden ein Umsatzhebel.
- Wie laufen Retouren und Support ab? Per E-Mail, über ein Portal, mit Rücksendeetikett?
- Welche Systeme müssen angebunden werden? Warenwirtschaft, Buchhaltung, Newsletter, Fulfillment, Kassensystem im Laden.
- Wer pflegt den Shop nach dem Launch, und wie viele Stunden pro Woche? Ohne Antwort wird der Shop nach drei Monaten zur Karteileiche.
- Was ist dein Kaufargument in einem Satz? Wenn es nur „günstiger“ ist, brauchst du ein anderes Geschäftsmodell.
- Woher sollen die ersten Kunden kommen? Bestandskunden, Google, Social Media, Marktplatz, Laden vor Ort. Der Shop verkauft nicht von allein.
Die 9 häufigsten Fehler bei Online-Shops
Diese Fehler sehen wir in Projekten, die zu uns kommen, nachdem der erste Shop nicht funktioniert hat. Alle sind vermeidbar, die meisten kosten mehr Umsatz als das gesamte Budget für ihre Behebung.
1. Produktdaten sind nicht vorbereitet
Symptom: Fehlende Varianten, uneinheitliche Größen und Farben, schlechte Bilder, keine klaren Attribute.
Folge: Filter funktionieren nicht, Produktseiten überzeugen nicht, Suchmaschinen finden keine Struktur.
Lösung: Vor der Umsetzung ein Produktdaten-Schema festlegen. Pflichtfelder (Titel, Beschreibung, Preis, Artikelnummer, Lieferzeit), Attribute (Material, Größe, Farbe, Einsatzbereich) und ein Bildstandard (Format, Anzahl, Freisteller plus Anwendung). Alle Produkte in einer Tabelle pflegen, dann importieren.
2. Zu viele Funktionen zum Start
Folge: Das Projekt wird spät und teuer, die Qualität leidet, der Launch verschiebt sich um Monate.
Lösung: Definiere, was am ersten Tag Umsatz ermöglicht: saubere Kategorien und Suche, überzeugende Produktseite, schneller Checkout, Basis-Tracking. Wunschliste-Funktion, Kundenkonto mit Bestellhistorie, Bundles und Konfigurator kommen in Version zwei, wenn die ersten Bestellungen zeigen, was Kunden wirklich brauchen.
3. Checkout zu kompliziert
Folge: Warenkörbe werden gefüllt und verlassen. Jedes Pflichtfeld und jeder Zwang zum Kundenkonto kostet Bestellungen.
Lösung: Gastbestellung erlauben, so wenige Felder wie möglich, Versandkosten und Lieferzeit schon im Warenkorb zeigen, alle Zahlungsarten auf einen Blick, Fehlermeldungen verständlich. Auf dem Smartphone testen, nicht nur am Desktop.
4. Versand und Zahlung erst am Ende gedacht
Folge: Nachträgliche Umbauten, falsche Versandpreise, Bestellungen, die manuell korrigiert werden müssen.
Lösung: Alle Versand- und Zahlungsregeln inklusive Sonderfällen in Phase 1 festlegen. Seltene Fälle bewusst ausschließen oder manuell abwickeln, statt sie für viel Geld zu automatisieren.
5. Tracking und Consent nicht sauber
Folge: Du optimierst blind oder riskierst Abmahnungen. Kampagnen laufen ohne Rückmeldung, welche Produkte und Kanäle verkaufen.
Lösung: Vor dem Launch einen Messplan mit vier Ereignissen festlegen: view_item (Produkt angesehen), add_to_cart (in den Warenkorb), begin_checkout (Kasse gestartet), purchase (Kauf abgeschlossen). Consent-Banner so einrichten, dass vor der Einwilligung nichts lädt, Zahlungsanbieter als Verweisquelle ausschließen. Die Grundlagen stehen im Artikel zu Cookie-Banner und Tracking nach DSGVO.
6. Kein Kaufargument
Folge: Du konkurrierst nur über den Preis, und den gewinnt fast immer ein größerer Anbieter.
Lösung: Drei bis fünf Vertrauens- und Nutzenpunkte auf jeder Produktseite sichtbar machen: Lieferzeit und Versandkosten, Rückgabe und Garantie, echte Bewertungen, Beratung per Telefon mit Reaktionszeit, regionale Herkunft oder Handarbeit. Wer aus Magdeburg verkauft, darf das sagen. Für viele Kunden ist „aus der Region“ ein Kaufgrund.
7. Performance ignoriert
Folge: Langsame Produktseiten auf dem Smartphone kosten Bestellungen und Rankings.
Lösung: Bilder komprimiert und in modernen Formaten ausliefern, nur die Apps und Skripte laden, die verkaufen, Schriften begrenzen, Core Web Vitals messen (LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden, CLS unter 0,1). Was die Werte bedeuten, erklärt der Artikel Core Web Vitals erklärt.
8. Kein E-Mail-Nachfassen
Folge: Verlassene Warenkörbe bleiben verlassen, Käufer kaufen einmal und nie wieder.
Lösung: Drei Automatisierungen von Anfang an: Erinnerung an den verlassenen Warenkorb, Nachricht nach dem Kauf mit Pflegehinweisen oder passendem Zubehör, Bitte um Bewertung nach der Lieferung. Alle drei brauchen die Einwilligung zum Newsletter beziehungsweise sind an die Bestellung gebunden. Kläre die Details mit deinem Rechtstext-Anbieter.
9. Kein Plan für den Betrieb
Folge: Updates bleiben liegen, Tracking bricht nach einer App-Aktualisierung, die Ladezeit wird von Monat zu Monat schlechter, Rechtstexte veralten.
Lösung: Betrieb von Anfang an festlegen: Wer macht Updates und Backups, wer prüft monatlich Erreichbarkeit, Fehler und 404-Seiten, wer aktualisiert Rechtstexte, wer bewertet die Kennzahlen. Was dazugehört, steht im Artikel zu Website-Wartung und Sicherheit.
Laufende Kosten: Was nach dem Launch bleibt
Die einmaligen Kosten sind der sichtbare Teil. Diese Posten kommen dauerhaft dazu, unabhängig vom System:
- Systemgebühr oder Hosting: Bei Shopify ein monatlicher Tarif, bei WooCommerce oder individuellen Lösungen Hosting und Serverpflege. Die aktuellen Shopify-Tarife findest du im Shopify Shop erstellen Guide.
- Zahlungsgebühren: Ein Prozentsatz plus Fixbetrag je Transaktion, je nach Anbieter und Zahlungsart. Bei kleinen Warenkörben ein spürbarer Anteil der Marge.
- Apps und Plugins: Bewertungen, Newsletter, Rechnungen, Rechtstexte. Jede App kostet monatlich und Ladezeit. Weniger ist mehr.
- Rechtstexte: Schutzpakete mit Aktualisierungsservice oder gelegentliche Prüfung durch einen Anwalt.
- Wartung und Monitoring: Updates, Backups, Erreichbarkeit, Fehlerprüfung.
- Optimierung: Produktseiten, Texte, Kampagnen, Auswertung. Ohne diesen Posten bleibt der Shop auf dem Stand vom Launch-Tag.
- Arbeitszeit: Bestellabwicklung, Verpackung, Kundenservice, Retouren, Produktpflege. Der Posten, der in Kalkulationen am häufigsten fehlt und am meisten kostet.
Tipp: Rechne die laufenden Kosten für drei Jahre und lege sie neben den Einmalpreis. Ein Shop mit niedrigem Einstiegspreis und hohen Gebühren kann über diesen Zeitraum teurer sein als ein Shop mit höherem Einstieg und niedrigen laufenden Kosten.
Wann sich ein eigener Shop nicht lohnt
Nicht jedes Unternehmen braucht einen eigenen Online-Shop. Ehrliche Fälle, in denen wir abraten:
- Weniger als zehn Produkte, die nur gelegentlich verkauft werden. Eine Bestellseite mit Formular oder ein Zahlungslink reicht, ein Shop kostet mehr, als er bringt.
- Keine Zeit für den Betrieb. Wer nicht mindestens einige Stunden pro Woche für Bestellungen, Service und Pflege hat, sollte erst das Team klären.
- Produkte, die Beratung brauchen. Individuelle Anfertigungen, erklärungsbedürftige Technik und B2B-Projekte verkaufen sich oft besser über eine gute Anfrageseite mit klarem Ablauf als über einen Warenkorb.
- Kein Kaufargument gegenüber Marktplätzen. Wenn dein Produkt bei großen Plattformen günstiger und schneller lieferbar ist, wird der eigene Shop ein Kostenblock ohne Umsatz.
- Der stationäre Laden ist das Geschäft. Dann lohnt sich oft zuerst eine starke Website mit Google-Unternehmensprofil, Sortimentsübersicht und Reservierung. Der Shop kann später dazukommen, wenn Kunden danach fragen.
In diesen Fällen sparst du Geld, wenn du zuerst mit einer schlanken Lösung testest, ob überhaupt Nachfrage besteht.
Shopsystem-Wahl in Kürze
Die Systemfrage entscheidet nicht über Erfolg oder Misserfolg, aber über Kostenstruktur und Grenzen. Die Kurzfassung:
- Shopify: Schnell startklar, Checkout und Zahlungen inklusive, monatliche Gebühr, geringe technische Hürde im Betrieb. Passt für die meisten kleinen und mittleren Händler.
- WooCommerce: Flexibel im WordPress-Umfeld, gut, wenn Inhalte und Blog im Vordergrund stehen, braucht laufende Wartung von Plugins und Updates.
- Individuelle Lösung: Sinnvoll bei besonderen Prozessen, hohen Performance-Ansprüchen und Schnittstellen, höherer Aufwand beim Bau, größte Freiheit danach.
Den ausführlichen Vergleich mit Entscheidungshilfe findest du im Artikel WooCommerce oder individuelle Shop-Lösung.
Kennzahlen nach dem Launch
Nach dem Launch beginnt die eigentliche Arbeit. Fünf Kennzahlen zeigen dir, wo der Shop Geld verliert:
| Kennzahl | Was sie zeigt | Was du tust, wenn sie schlecht ist |
|---|---|---|
| Conversion-Rate (Bestellungen je Besucher) | Ob Produktseiten und Checkout überzeugen | Produktseiten, Vertrauenssignale und Checkout prüfen, Traffic-Qualität hinterfragen |
| Warenkorbabbruch | Wo im Checkout Kunden aussteigen | Versandkosten früher zeigen, Gastbestellung, Felder reduzieren, Zahlungsarten ergänzen |
| Durchschnittlicher Bestellwert | Ob Kunden mehr als ein Produkt kaufen | Zubehör und Sets anbieten, Versandkostenfrei-Grenze sinnvoll setzen |
| Retourenquote | Ob Produktseiten Erwartungen richtig setzen | Größenangaben, Bilder und Beschreibungen verbessern |
| Kosten je Bestellung | Ob Werbung und Gebühren die Marge auffressen | Kanäle mit schlechten Werten abschalten, organische Kanäle stärken |
Vergleiche die Werte monatlich mit dem Vormonat, nicht mit Branchenzahlen aus dem Internet. Dein Sortiment, deine Preise und deine Kunden sind der einzige relevante Maßstab.
Nächster Schritt
Wenn du den Shop selbst planst: Beantworte die acht Fragen oben schriftlich, ordne dich in der Größentabelle ein und lege den Produktdaten-Termin fest, bevor du Angebote einholst. Mit diesen Unterlagen bekommst du von jeder Agentur ein Angebot, das vergleichbar ist und hält.
Wenn du lieber mit uns planst: Wir klären in einem Erstgespräch Prozesse, Sortiment und Systemwahl, bevor es um Technik geht. Daraus entsteht ein Angebot mit klarem Umfang, ob Starter-Shop, Hero-Shop oder individuelle Lösung. Für Unternehmen aus Sachsen-Anhalt prüfen wir auf Wunsch, ob eine Förderung in Frage kommt.



