TTFB, CDN und Caching erklärt: So wird deine Website schneller

22Orbit Redaktionam 25. Januar 2026· aktualisiert am 22. September 202610 Min. Lesezeit
TTFB, CDN und Caching: schnelle Server-Antworten durch Zwischenspeicher und verteilte Auslieferung
TTFB, CDN und Caching: schnelle Server-Antworten durch Zwischenspeicher und verteilte Auslieferung

TTFB, CDN und Caching einfach erklärt: was die Begriffe bedeuten, wie du die Server-Antwortzeit misst, welche Cache-Ebenen es gibt, welches Hosting passt und welche Maßnahmen zuerst wirken.

Wenn eine Website langsam ist, schauen die meisten zuerst auf Bilder und Skripte. Oft ist das Problem aber simpler und liegt davor: Der Server braucht eine Sekunde, bis er überhaupt antwortet. In dieser Sekunde kann der Browser nichts tun, egal wie gut die Bilder optimiert sind. Wer das versteht, kann seine Website in wenigen Stunden spürbar schneller machen, ohne sie neu zu bauen.

Du bekommst:

  • die Begriffe TTFB, CDN, Cache und Origin ohne Fachchinesisch erklärt
  • Schwellenwerte und Werkzeuge, um die Server-Antwortzeit selbst zu messen
  • die vier Cache-Ebenen und was auf welcher Ebene passiert
  • eine Entscheidungshilfe für Hosting, ob WordPress, Shopify oder Next.js
  • Cache-Regeln, die fast immer stimmen, und die Liste dessen, was nie gecacht werden darf
  • einen 60-Minuten-Plan mit Messung vorher und nachher

Der Artikel ist für Inhaber und Entscheider geschrieben, die eine Hosting-Rechnung, ein Agentur-Angebot oder einen PageSpeed-Bericht einordnen wollen. Die technischen Abschnitte sind gekennzeichnet.

Kurzantwort: Warum der Server oft die eigentliche Bremse ist

TTFB (Time to First Byte) ist die Zeit vom Aufruf bis zum ersten Stück Antwort des Servers. Google stuft bis 0,8 Sekunden als gut ein, und jede Zehntelsekunde darüber verschiebt alles, was danach kommt, vor allem den LCP. Hoher TTFB entsteht fast immer aus drei Gründen: Die Seite wird bei jedem Aufruf neu berechnet, obwohl sie sich selten ändert; der Server ist zu schwach oder steht zu weit weg; oder Datenbank und Plugins bremsen im Hintergrund. Die Lösung heißt Caching: fertige Seiten und Dateien werden zwischengespeichert und beim nächsten Aufruf direkt ausgeliefert, statt neu gebaut zu werden. Das passiert auf mehreren Ebenen, im Browser, in einem CDN (einem Netz aus Servern nahe beim Besucher), auf dem Server und in der Anwendung. Für die meisten Unternehmenswebsites reicht es, den Seiten-Cache zu aktivieren, ein CDN vorzuschalten und Cache-Regeln für Dateien zu setzen. Das dauert Stunden, nicht Wochen.

Was TTFB, CDN und Caching für dein Unternehmen bedeuten

Stell dir vor, ein Kunde ruft in deinem Betrieb an, und es dauert eine Sekunde, bis überhaupt das Freizeichen kommt. Dann klingelt es, dann hebt jemand ab. Der TTFB ist dieses Warten aufs Freizeichen: Zeit, in der nichts passiert und die sich zu allem anderen addiert.

Konkret bedeutet das:

  • Jede Seite, jeder Klick: Der TTFB fällt nicht nur beim ersten Besuch an, sondern bei jedem Seitenwechsel. Ein Besucher, der fünf Seiten ansieht, wartet fünfmal.
  • LCP und Ranking: Der LCP, einer der drei Core Web Vitals, kann nie besser sein als der TTFB plus die Zeit für das Hauptbild. Wer mit 1,5 Sekunden TTFB startet, bekommt den LCP kaum unter 2,5 Sekunden. Was die Core Web Vitals für dein Unternehmen bedeuten, steht im Artikel Core Web Vitals erklärt.
  • Werbekosten: Klicks aus Anzeigen, die auf eine langsame Seite führen, bezahlst du, auch wenn der Besucher vor dem ersten Byte wieder weg ist.
  • Lastspitzen: Ohne Caching berechnet der Server jede Anfrage neu. Ein Beitrag, der auf Social Media gut läuft, kann eine ungecachte WordPress-Seite in die Knie zwingen. Mit Cache liefert der Server dieselbe fertige Seite tausendfach aus, ohne zu rechnen.
  • Hosting-Kosten: Caching senkt die Last so stark, dass oft ein kleinerer Tarif reicht.

Begriffe erklärt: TTFB, Origin, CDN, Cache

BegriffWas es bedeutetBild aus dem Alltag
TTFB (Time to First Byte)Zeit vom Aufruf bis zum ersten Stück Antwort. Enthält Namensauflösung, Verbindungsaufbau, Verschlüsselung, Weiterleitungen und die Rechenzeit des Servers.Die Wartezeit, bis im Restaurant überhaupt jemand an den Tisch kommt.
OriginDer eigentliche Server, auf dem deine Website liegt und berechnet wird.Die Küche.
CacheEin Zwischenspeicher, der fertige Ergebnisse aufhebt, damit sie nicht neu berechnet werden müssen.Die Warmhalteplatte mit fertigen Tagesgerichten.
CDN (Content Delivery Network)Ein Netz aus Servern an vielen Standorten, das gecachte Inhalte in der Nähe des Besuchers ausliefert.Filialen in jeder Stadt statt einer einzigen Zentrale.
EdgeDer CDN-Server, der dem Besucher am nächsten ist.Die Filiale um die Ecke.
Cache-Hit und Cache-MissHit: Die Antwort kam aus dem Cache. Miss: Der Cache war leer, die Anfrage ging zum Origin.Gericht steht bereit oder muss frisch gekocht werden.
Cache-ControlEin Header, mit dem der Server sagt, wie lange und von wem eine Antwort zwischengespeichert werden darf.Das Haltbarkeitsdatum auf der Warmhalteplatte.
RevalidierungDer Cache prüft nach Ablauf, ob es eine neue Version gibt, und liefert bis dahin die alte aus.Nachkochen, während die letzte Portion noch verkauft wird.
Die wichtigsten Begriffe mit einem Bild aus dem Alltag

TTFB messen: Werkzeuge und Schwellenwerte

Miss immer die Seiten, die für dein Geschäft wichtig sind: Startseite, die wichtigste Leistungs- oder Produktseite und die Kontaktseite. Und miss aus Deutschland, weil deine Kunden von hier aus zugreifen.

EinstufungTTFBWas das in der Praxis heißt
Gutbis 0,8 sGrundlage für einen guten LCP; gecachte Seiten liegen oft deutlich darunter
Verbesserungswürdig0,8 bis 1,8 sTypisch für ungecachte WordPress-Seiten auf einfachem Hosting
Schlechtüber 1,8 sServer rechnet bei jedem Aufruf, Datenbank oder Plugins bremsen, oder der Server steht auf einem anderen Kontinent
TTFB-Schwellenwerte nach Google
WerkzeugWas es zeigtFür wen
PageSpeed InsightsFelddaten echter Nutzer unter „Zeit bis zum ersten Byte“ sowie in der Diagnose „Server-Antwortzeit reduzieren“Alle, fünf Minuten, kostenlos
Chrome DevTools, Netzwerk-TabBei der ersten Anfrage unter „Timing“ die Zeile „Warten auf Serverantwort“; dazu die Antwort-Header mit Cache-StatusWer selbst nachsehen will
WebPageTestMessung von einem wählbaren Standort, zum Beispiel Frankfurt, mit Wasserfall-DiagrammVergleich vor und nach einer Änderung
Search Console, Bericht Core Web VitalsKein TTFB direkt, aber LCP-Probleme, die oft auf TTFB zurückgehenBeobachtung über Monate
Werkzeuge zum Messen der Server-Antwortzeit

Wichtig beim Messen: Zweimal laden. Der erste Aufruf kann ein Cache-Miss sein, bei dem der Server die Seite frisch berechnet. Der zweite Aufruf zeigt, ob der Cache greift. Wenn beide Werte gleich hoch sind, cacht nichts. Wenn der zweite schnell ist, funktioniert der Cache, und die Frage ist nur, wie oft er leer ist.

Tipp: Schau in den Antwort-Headern nach Einträgen wie „x-cache“, „cf-cache-status“ oder „x-vercel-cache“. Steht dort HIT, kam die Seite aus dem Cache. Steht dort MISS oder fehlt der Eintrag bei jedem Aufruf, wird jede Anfrage vom Origin berechnet, und genau das ist der Ansatzpunkt.

Typische Ursachen für hohen TTFB

SymptomWahrscheinliche UrsacheLösung
TTFB schwankt stark, tagsüber schlechter als nachtsServer berechnet jede Seite neu und ist unter Last überfordertSeiten-Cache aktivieren, statische Auslieferung, bei Bedarf stärkerer Tarif
TTFB konstant hoch, auch nachts und im CacheLangsame Datenbank, zu viele Plugins, veraltete PHP-Version, externe API im kritischen PfadPlugins reduzieren, PHP aktualisieren, Datenbank aufräumen, externe Abfragen cachen
TTFB gut aus den USA, schlecht aus DeutschlandServer steht auf einem anderen KontinentHosting mit Standort Deutschland oder EU, CDN vorschalten
Erster Aufruf langsam, zweiter schnellCache funktioniert, ist aber oft leer, weil er zu kurz hält oder zu oft geleert wirdCache-Dauer erhöhen, Revalidierung statt Leerung, Cache vorwärmen
Jeder Aufruf gleich langsam trotz CDNCDN cacht nur Dateien, das HTML geht immer zum OriginCache-Header für HTML setzen, Seiten-Cache am Origin
TTFB gut, Seite trotzdem langsamDer Engpass liegt nicht beim Server, sondern bei Bildern, Skripten oder SchriftenWeiter beim LCP und den Skripten, siehe Artikel zu Bildern
Mehrere Weiterleitungen vor der Seitehttp auf https, dann ohne www auf www, dann mit SchrägstrichWeiterleitungen auf eine einzige zusammenfassen, interne Links direkt auf die Zielversion
Symptome, Ursachen und Lösungen

Der letzte Punkt wird oft übersehen: Jede Weiterleitung ist ein kompletter Roundtrip zum Server, und drei hintereinander können den TTFB verdoppeln. Wie du Varianten sauber auf eine Adresse führst, steht im Artikel zu Canonicals, Redirects und www.

Die Cache-Ebenen: Browser, CDN, Server, Anwendung

Caching passiert nicht an einem Ort, sondern auf mehreren Ebenen hintereinander. Jede Ebene fängt Anfragen ab, bevor sie die nächste erreichen.

EbeneWoWas gecacht wirdGesteuert durchTypischer Effekt
Browser-CacheAuf dem Gerät des BesuchersBilder, CSS, JavaScript, Schriften; selten HTMLCache-Control-HeaderZweiter Seitenaufruf und alle weiteren Seiten laden Dateien nicht erneut
CDN- oder Edge-CacheAuf Servern nahe beim BesucherDateien fast immer; HTML, wenn erlaubtCache-Control, s-maxage, CDN-RegelnAnfragen erreichen den Origin gar nicht mehr, TTFB sinkt auf wenige Dutzend Millisekunden
Server- oder Seiten-CacheAuf dem Origin, vor der AnwendungFertig gerenderte HTML-SeitenCaching-Plugin, Webserver-Konfiguration, Managed-HostingWordPress und andere CMS müssen die Seite nicht bei jedem Aufruf aus der Datenbank bauen
Anwendungs- oder Objekt-CacheIn der AnwendungDatenbankabfragen, API-Antworten, BerechnungenRedis, Memcached, Framework-FunktionenAuch dynamische Seiten werden schneller, weil teure Teile wiederverwendet werden
Die vier Cache-Ebenen

Für eine Unternehmenswebsite ohne Login sind die ersten drei Ebenen entscheidend. Die vierte wird wichtig, sobald es Kundenkonten, Konfiguratoren oder personalisierte Inhalte gibt, also vor allem bei Onlineshops und Software.

Statisch oder dynamisch: die wichtigste Entscheidung pro Seite

Die Frage, die über den TTFB entscheidet, lautet: Muss diese Seite bei jedem Aufruf neu berechnet werden? Für die meisten Seiten einer Unternehmenswebsite ist die Antwort nein. Eine Leistungsseite ändert sich ein paar Mal im Jahr, ein Blogartikel nach dem Veröffentlichen fast nie. Trotzdem berechnen viele Systeme genau diese Seiten bei jedem Aufruf neu, als wären sie ein Kundenkonto.

SeitentypÄndert sichEmpfohlene StrategieEffekt auf TTFB
Startseite, Leistungsseiten, Über unsSeltenStatisch vorrendern, lange cachen, bei Änderung neu erzeugenSehr niedrig, kommt aus dem Cache
Blogartikel, Ratgeber, Case StudiesNach Veröffentlichung fast nieStatisch, Cache über Stunden oder Tage, Revalidierung bei UpdateSehr niedrig
Produktlisten und ProduktseitenBei Preis- oder BestandsänderungStatisch mit kurzer Revalidierung (Minuten) oder Seiten-Cache, Bestand per kleinem NachladenNiedrig
Kontaktseite mit FormularNie, außer dem FormularSeite statisch, Formularversand dynamischSehr niedrig
Suche, FilterBei jeder EingabeDynamisch, Ergebnisse kurz cachenMittel, akzeptabel
Warenkorb, Kasse, KundenkontoPro BesucherDynamisch, nie cachen, Anwendungs-Cache für TeileHöher, aber unvermeidbar
Welche Strategie für welchen Seitentyp

In Next.js heißt dieses Prinzip statische Generierung mit Revalidierung: Seiten werden einmal gebaut, als fertige Dateien ausgeliefert und nach einem festgelegten Intervall oder auf Befehl neu erzeugt. In WordPress erledigt ein Seiten-Cache-Plugin dasselbe: Es speichert die fertige Seite und liefert sie aus, bis jemand den Inhalt ändert. Shopify cacht seine Seiten selbst. Warum Next.js-Websites von Haus aus schneller antworten und wann sich der Unterschied lohnt, steht im Artikel WordPress oder individuelle Website.

Hosting-Entscheidung: Shared, Managed, VPS, Plattform

Das Hosting bestimmt, wie stark der Origin ist, wo er steht und welche Cache-Ebenen du ohne Zusatzaufwand bekommst. Preise ändern sich ständig, deshalb hier nur die Kriterien.

Hosting-ArtPasst zuVorteileNachteileWorauf achten
Shared Hosting (Webspace-Paket)Kleine Visitenkarten-Websites mit wenig TrafficGünstig, wartungsfreiGeteilter Server, schwankender TTFB, oft kein Seiten-CacheStandort Deutschland, aktuelle PHP-Version, HTTP/2 oder HTTP/3, SSD
Managed WordPress-HostingWordPress-Websites von Praxen, Handwerk, Gastronomie, MittelstandSeiten-Cache und CDN eingebaut, Updates und Backups inklusive, Support kennt WordPressTeurer als Webspace, an WordPress gebundenServer in Deutschland, Cache ohne eigene Konfiguration, Staging-Umgebung
VPS oder eigener ServerIndividuelle Software, Shops mit Sonderlogik, Unternehmen mit eigener ITVolle Kontrolle, feste LeistungDu bist für Sicherheit, Updates und Cache-Konfiguration selbst verantwortlichNur mit jemandem, der den Server betreut; sonst wird er zur Sicherheitslücke
Plattform-Hosting (Vercel, Netlify, Cloudflare Pages)Next.js und andere moderne FrameworksGlobales Edge-Netz eingebaut, statische Seiten kommen direkt aus dem Cache, Deployment per GitKosten steigen mit Traffic und Rechenzeit, Abhängigkeit vom AnbieterRegion für Serverfunktionen auf Frankfurt setzen, Kostenmodell verstehen
Shopify (gehostet)OnlineshopsHosting, CDN und Caching inklusive, keine ServerwartungKein Zugriff auf Server oder CacheApps sparsam installieren, Theme schlank halten
Hosting-Arten im Vergleich

Zwei Faustregeln für Unternehmen aus Magdeburg und Umgebung: Der Server steht in Deutschland oder zumindest in der EU, wegen Latenz und Datenschutz. Und das Hosting bringt einen Seiten-Cache mit, damit du ihn nicht selbst konfigurieren musst. Was ein Hosting-Wechsel im Rahmen einer Wartung bedeutet, steht im Artikel zu Website-Wartung und Sicherheit.

Cache-Regeln, die fast immer stimmen

Dieser Abschnitt ist technisch und richtet sich an Entwickler oder an alle, die ihrer Agentur eine Vorgabe machen wollen. Der Server steuert das Caching über den Header Cache-Control, und drei Regeln decken die meisten Fälle ab:

# 1. Versionierte Dateien: CSS, JavaScript, Bilder mit Hash im Dateinamen
Cache-Control: public, max-age=31536000, immutable

# 2. HTML-Seiten, die sich selten ändern
Cache-Control: public, s-maxage=3600, stale-while-revalidate=86400

# 3. Personalisierte Seiten: Kundenkonto, Warenkorb, Kasse
Cache-Control: private, no-store

Was dahinter steckt:

  • Regel 1: Dateien, deren Name sich bei jeder Änderung ändert (etwa durch einen Hash wie main.a1b2c3.js), dürfen ein Jahr lang gecacht werden. Ändert sich die Datei, bekommt sie einen neuen Namen, und der alte Cache stört nicht. Next.js macht das für alle Dateien unter /_next/static automatisch, WordPress-Caching-Plugins setzen ähnliche Regeln.
  • Regel 2: Das HTML darf im CDN eine Stunde lang liegen (s-maxage gilt nur für geteilte Caches wie CDNs, nicht für den Browser). Danach liefert das CDN noch bis zu einem Tag die alte Version aus, während es im Hintergrund die neue holt (stale-while-revalidate). Der Besucher wartet nie, und die Inhalte sind höchstens eine Stunde alt.
  • Regel 3: Seiten mit persönlichen Daten werden nirgends zwischengespeichert. Das ist keine Performance-Frage, sondern eine Sicherheitsfrage.

Bilder ohne Hash im Namen, etwa aus einem CMS-Upload, bekommen eine mittlere Dauer, zum Beispiel eine Woche, damit ein ausgetauschtes Bild nicht ein Jahr lang alt bleibt. Wie du Bilder so ausspielst, dass sie den LCP nicht bremsen, steht im Artikel zu LCP und Bildern.

Tipp: Nach jeder Änderung an Cache-Regeln einmal im Browser prüfen, ob ein Update auf der Website tatsächlich ankommt. Wenn eine Textänderung erst nach Stunden sichtbar wird, ist die Cache-Dauer für HTML zu lang oder die Revalidierung fehlt. Wenn sie sofort da ist, aber der TTFB hoch bleibt, greift der Cache nicht.

Was nicht gecacht werden darf

Caching ist mächtig, und genau deshalb gibt es eine Liste von Dingen, bei denen ein Fehler mehr kostet als die gewonnene Geschwindigkeit:

  • Alles hinter einem Login: Kundenkonten, Mitarbeiterbereiche, Dashboards.
  • Warenkorb, Kasse, Bestellbestätigung: Ein gecachter Warenkorb zeigt dem nächsten Besucher die Bestellung des vorigen.
  • Formulare mit Sicherheitstoken: Ein gecachtes Token ist abgelaufen oder gehört jemand anderem, das Formular schlägt fehl.
  • Kundenspezifische Preise und Bestände: Wenn Stammkunden andere Preise sehen, darf diese Seite nicht aus einem geteilten Cache kommen.
  • Antworten mit personenbezogenen Daten: API-Antworten, die Namen, Adressen oder Bestellungen enthalten.
  • Consent-abhängige Inhalte: Ob Tracking läuft, hängt von der Einwilligung ab. Die Einwilligung selbst gehört nicht in einen geteilten Cache.

Die gute Nachricht: Auf einer typischen Unternehmenswebsite betrifft das nur das Kontaktformular, und dessen Versand ist ohnehin dynamisch. Bei einem Onlineshop dagegen gehört die Trennung zwischen cachebaren Katalogseiten und dynamischen Kundenseiten zur Grundarchitektur. Was dabei häufig schiefgeht, steht im Artikel zu Online-Shop Kosten und Fehlern.

Beispiel: Vorher und nachher bei einer WordPress-Website

Ein vereinfachtes, fiktives Beispiel zur Veranschaulichung, keine Kundendaten, aber ein Muster, das in dieser Form häufig vorkommt: Eine Steuerkanzlei in Magdeburg, WordPress mit 28 Plugins, einfaches Webspace-Paket, kein Seiten-Cache, kein CDN, Server in einem Rechenzentrum in Deutschland.

SchrittMaßnahmeTTFB StartseiteCache-Status
AusgangslageKeine1,4 sJeder Aufruf geht zur Datenbank
1Neun ungenutzte Plugins entfernt, PHP auf aktuelle Version1,0 sUnverändert, aber schneller berechnet
2Seiten-Cache-Plugin aktiviert0,3 sHIT ab dem zweiten Aufruf
3CDN vorgeschaltet, Cache-Header für Dateien0,2 sHTML und Dateien aus dem Edge
4Weiterleitungskette http, www, Schrägstrich auf eine Weiterleitung reduziert0,15 sEin Roundtrip weniger
Beispiel-Messprotokoll TTFB, fiktive Werte

Der Aufwand für ein solches Paket liegt in vielen Projekten bei wenigen Stunden bis einem Tag. Der Effekt auf den LCP kommt automatisch hinterher, weil das Hauptbild jetzt eine Sekunde früher angefordert wird.

Kosten und Aufwand realistisch

MaßnahmeAufwandWirkung auf TTFBWer macht das
Seiten-Cache aktivieren (Plugin oder Hosting-Funktion)Unter einer StundeSehr hochAgentur oder du selbst
CDN vorschaltenEin bis zwei StundenHoch bei Dateien, hoch bei HTML wenn erlaubtAgentur, Hosting
Cache-Header setzen und prüfenEin bis drei StundenMittel bis hochEntwickler
Plugins und Datenbank aufräumen, PHP aktualisierenEin halber TagMittelAgentur
Hosting-Wechsel zu Managed oder PlattformEin halber bis zwei TageHoch, inklusive Cache und CDNAgentur
Relaunch mit statischer AuslieferungNeue WebsiteSehr hoch, dauerhaftAgentur
Maßnahmen, Aufwand und Wirkung

Wenn eine Website so gebaut ist, dass sie trotz Cache-Plugin langsam bleibt, weil Theme und Plugins jede Anfrage aushebeln, ist der Relaunch oft die wirtschaftlichere Entscheidung. Bei uns beginnt eine Starter-Website bei 1.499 € netto und eine Hero-Website bei 3.900 € netto, beide statisch ausgeliefert und mit Caching und CDN von Anfang an.

Häufige Fehler

  1. Alles dynamisch rendern, obwohl sich die Inhalte einmal im Monat ändern.
  2. „CDN aktiviert“ mit „Caching funktioniert“ verwechseln. Ohne passende Header cacht das CDN nur Bilder, und jede Seite geht weiter zum Origin.
  3. Cache bei jeder Kleinigkeit komplett leeren. Danach ist jeder Aufruf ein Miss. Besser gezielt revalidieren.
  4. HTML und Dateien mit denselben Regeln behandeln. Dateien dürfen ein Jahr, HTML nur Minuten bis Stunden.
  5. Personalisierte Seiten aus Versehen cachen. Ein Sicherheitsproblem, kein Performance-Gewinn.
  6. Mit Bildern anfangen, obwohl der TTFB bei 1,5 Sekunden liegt. Erst der Server, dann die Bilder.
  7. Server auf einem anderen Kontinent, weil das Angebot günstig war.
  8. Nur einmal messen. Erster Aufruf und zweiter Aufruf erzählen zwei verschiedene Geschichten.
  9. Nie in die Header schauen. Der Cache-Status steht in jeder Antwort, man muss ihn nur lesen.

60-Minuten-Plan für einen messbar besseren TTFB

  1. Drei Seiten auswählen: Startseite, wichtigste Leistungs- oder Produktseite, Kontaktseite.
  2. Vorher messen: Jede Seite zweimal in PageSpeed Insights und im Netzwerk-Tab, TTFB und Cache-Status notieren.
  3. Seiten-Cache prüfen oder aktivieren: Plugin, Hosting-Funktion oder statische Generierung. Zweiten Aufruf erneut messen.
  4. Dateien prüfen: Haben CSS, JavaScript und Bilder lange Cache-Zeiten? Antwort-Header ansehen.
  5. CDN prüfen: Ist eines vorgeschaltet, und cacht es auch HTML? Falls nicht, Regeln anpassen.
  6. Weiterleitungen prüfen: Wie viele Sprünge von http://deinedomain.de bis zur endgültigen Seite? Auf einen reduzieren.
  7. Nachher messen und die Werte neben die alten legen. Erst dann weiter zu Bildern und Skripten.

Wer die Werte dauerhaft im Blick behalten will, statt sie einmal im Jahr zu prüfen, findet im Artikel zu Monitoring für SEO und Websites eine Anleitung.

Nächster Schritt

Wenn du selbst loslegen willst: Miss den TTFB deiner drei wichtigsten Seiten, aktiviere den Seiten-Cache, prüfe die Header und die Weiterleitungen, und miss noch einmal. In vielen Projekten liegt zwischen vorher und nachher mehr als eine halbe Sekunde, und die spürt jeder Besucher bei jedem Klick.

Wenn du lieber wissen willst, ob dein Hosting und deine Cache-Konfiguration zu deiner Website passen oder ob ein Wechsel oder Relaunch die bessere Investition ist: Unser kostenloser Website-Check zeigt dir TTFB, Cache-Status und die Maßnahmen mit Aufwand. Wir bauen Websites und Software aus Magdeburg so, dass Caching und Auslieferung von Anfang an mitgedacht sind, statt hinterher nachgerüstet zu werden.

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FAQ

Was ist TTFB in einfachen Worten?
TTFB steht für Time to First Byte, die Zeit vom Aufruf einer Seite bis zu dem Moment, in dem der Server das erste Stück Antwort schickt. In dieser Zeit sieht der Besucher gar nichts, auch keine Ladeanzeige der Seite. Ein hoher TTFB fühlt sich an, als würde der Server erst nachdenken müssen, und er verzögert alles, was danach kommt: Text, Bilder, Buttons.
Welcher TTFB-Wert ist gut?
Google nennt bis 0,8 Sekunden gut, 0,8 bis 1,8 Sekunden verbesserungswürdig und über 1,8 Sekunden schlecht. Für eine Unternehmenswebsite ohne Personalisierung sind Werte deutlich unter 0,5 Sekunden realistisch, wenn Seiten aus dem Cache kommen. Gemessen wird sinnvollerweise aus Deutschland, weil deine Kunden von hier aus zugreifen.
Brauche ich ein CDN für eine kleine Unternehmenswebsite?
Wenn deine Kunden in Magdeburg und Umgebung sitzen und dein Server in Deutschland steht, bringt ein CDN für die Seite selbst wenig. Es lohnt sich trotzdem oft, weil es Bilder und Dateien zwischenspeichert, den Server entlastet und meist Schutz vor Lastspitzen und Angriffen mitbringt. Viele Hosting-Anbieter und Plattformen haben ein CDN bereits eingebaut.
Was ist der Unterschied zwischen Caching und CDN?
Caching ist das Prinzip, fertige Ergebnisse zwischenzuspeichern, damit sie beim nächsten Aufruf nicht neu berechnet werden müssen. Ein CDN ist ein Netz aus Servern an vielen Standorten, das solche zwischengespeicherten Inhalte in der Nähe des Besuchers ausliefert. Ein CDN ist also eine von mehreren Cache-Ebenen, neben dem Browser-Cache, dem Server-Cache und dem Cache der Anwendung.
Welches Hosting ist für eine schnelle Website das richtige?
Das hängt vom System ab. Für WordPress ist ein Managed-Hosting mit eingebautem Seiten-Cache und Server in Deutschland meist die beste Wahl. Für Next.js-Websites sind Plattformen mit globalem Edge-Netz sinnvoll, weil statische Seiten dort direkt aus dem Cache kommen. Shopify hostet selbst, da entscheidet vor allem die Zahl der installierten Apps über die Geschwindigkeit.
Warum ist meine Website trotz Caching-Plugin langsam?
Häufige Gründe: Der Cache greift nicht, weil eingeloggte Nutzer, Cookies oder Warenkorb-Funktionen ihn umgehen. Oder der Server ist so schwach, dass schon die Auslieferung aus dem Cache lange dauert. Oder der TTFB ist gut, aber Bilder und Skripte bremsen danach. Ein Blick in die Antwort-Header und den Netzwerk-Wasserfall zeigt, welcher Fall vorliegt.
Was darf nicht gecacht werden?
Alles, was für einen bestimmten Besucher gilt: Kundenkonto, Warenkorb, Kasse, Bestellbestätigungen, Formulare mit Sicherheitstoken und alles hinter einem Login. Auch Preise, die je nach Kunde variieren. Für diese Seiten setzt man private und no-store, damit weder CDN noch Browser eine fremde Antwort ausliefern. Der Rest der Website darf und sollte gecacht werden.
Was kostet es, TTFB und Caching zu verbessern?
Seiten-Cache aktivieren, CDN einschalten und Cache-Header setzen ist in vielen Projekten in wenigen Stunden erledigt. Ein Hosting-Wechsel kostet je nach Größe einen halben bis zwei Tage. Teuer wird es nur, wenn die Website so gebaut ist, dass jede Seite bei jedem Aufruf neu berechnet werden muss. Dann ist ein Relaunch mit statischer Auslieferung meist die günstigere Lösung.