Monitoring für SEO und Websites: Signale, Alarmgrenzen und Routine

22Orbit Redaktionam 28. Januar 2026· aktualisiert am 22. September 20269 Min. Lesezeit
Website-Monitoring: Erreichbarkeit, Serverfehler, Indexierung und Core Web Vitals im Blick
Website-Monitoring: Erreichbarkeit, Serverfehler, Indexierung und Core Web Vitals im Blick

Welche Signale du überwachen solltest, welche Werkzeuge reichen, ab wann ein Wert wirklich ein Alarm ist – plus eine Wochen- und Monatsroutine und was du ignorieren kannst.

Die meisten Sichtbarkeitseinbrüche kommen nicht von schlechten Texten, sondern von technischen Änderungen: eine neue Version geht live, eine Weiterleitung ist falsch gesetzt, ein Skript eines Drittanbieters bremst die Seite aus, ein Formular wirft seit Dienstag einen Fehler. Der Unterschied zwischen einem kleinen und einem teuren Problem ist fast immer die Zeit, bis es jemand merkt.

Monitoring heißt: die wenigen Signale beobachten, die wirklich etwas bedeuten – und den Rest bewusst ignorieren. Du bekommst in diesem Guide:

  • die Werkzeuge, die für eine Unternehmenswebsite ausreichen, samt Kostenrahmen
  • die wichtigsten Signale mit konkreten Alarmgrenzen, ab denen du reagierst
  • eine Wochen- und eine Monatsroutine mit realistischen Zeitangaben
  • eine Anleitung, wie du einen Einbruch systematisch eingrenzt
  • eine Liste der Werte, die du getrost ignorieren kannst

Während der Artikel zur Website-Wartung und Sicherheit beschreibt, was du regelmäßig tust, geht es hier darum, was du regelmäßig siehst – und wann daraus eine Handlung folgt.

Kurzantwort: Was Monitoring leisten muss

Ein brauchbares Monitoring für eine Unternehmenswebsite besteht aus vier Bausteinen: einer Erreichbarkeitsprüfung, die alle paar Minuten anfragt, ob die Seite antwortet, der Google Search Console für Indexierung, Klicks und Crawling-Fehler, einer Statistiklösung, die Besuche und Anfragen zählt, und einem Blick auf die Core Web Vitals, also die Ladezeit- und Stabilitätswerte echter Besucher. Für die meisten Websites kostet das zusammen nichts bis wenig. Entscheidend ist nicht die Menge der Daten, sondern dass für jedes Signal vorher festgelegt ist, ab welchem Wert du reagierst und was du dann als Erstes prüfst.

Die drei Ebenen: Alarm, Wochenblick, Monatsreview

Alles in einem Dashboard anzeigen zu wollen, führt dazu, dass niemand hineinschaut. Trenne stattdessen nach Dringlichkeit.

Ebene 1 – Alarm, sofort. Nur Dinge, bei denen du innerhalb von Minuten handeln musst: Die Seite ist nicht erreichbar, der Server liefert Fehler, das SSL-Zertifikat läuft ab. Diese Meldungen gehen an Telefon oder Messenger, nicht in ein Postfach, in das einmal pro Woche jemand schaut.

Ebene 2 – Wochenblick, 15 Minuten. Trends statt Einzelwerte: Wie entwickeln sich Klicks aus der Suche, gibt es neue Fehler beim Indexieren, kommen Anfragen im gewohnten Umfang herein, sind Ladezeiten stabil? Hier reagierst du auf Richtungen, nicht auf einzelne Tage.

Ebene 3 – Monatsreview, 45 Minuten. Entscheidungen: Welche Seiten gewinnen, welche verlieren, wo entstehen Anfragen, was hat die Veröffentlichung der letzten Wochen bewirkt, welches Thema kommt als Nächstes? Diese Ebene ist kein Fehler-Suchen, sondern Planung.

Tipp: Lege für jedes Signal vorher fest, was du tust, wenn der Alarm kommt – und schreib es in denselben Satz wie den Grenzwert. Ein Alarm ohne vorher definierte erste Maßnahme führt im Ernstfall zu zwanzig Minuten Ratlosigkeit.

Die Werkzeuge, die wirklich reichen

Die Versuchung ist groß, zehn Werkzeuge zu verbinden. Für eine Unternehmenswebsite reichen vier bis fünf, und die meisten davon sind kostenlos.

WerkzeugWas du damit siehstKostenrahmenFür wen
Google Search ConsoleIndexierung, Klicks und Einblendungen aus der Suche, Crawling-Fehler, Core-Web-Vitals-Bericht, manuelle MaßnahmenKostenlosJede Website, ohne Ausnahme
Erreichbarkeitsprüfung (Uptime-Monitor)Ob die Seite antwortet, wie schnell sie antwortet, Ablauf des SSL-ZertifikatsKostenlose Tarife meist mit Prüfung alle fünf MinutenJede Website, besonders Shops
Statistiklösung (Analytics, Plausible, Matomo)Besuche nach Quelle und Seite, Anfragen und Kontaktklicks als EreignisseKostenlos bis niedrig zweistellig im MonatJede Website, die Anfragen bringen soll
PageSpeed Insights und Core-Web-Vitals-BerichtLadezeit- und Stabilitätswerte echter Besucher, getrennt nach Mobil und DesktopKostenlosAlle, besonders nach Umbauten
Fehlerprotokolle von Hosting oder AnwendungServerfehler mit Ursache, fehlgeschlagene FormularversendungenBeim Hosting meist enthalten, spezialisierte Dienste kostenpflichtigShops, Buchungssysteme, individuelle Anwendungen
Serverprotokolle (Logdateien)Was Suchmaschinen-Programme wirklich abrufen und welche Antwort sie bekommenIm Hosting enthalten, Auswertung kostet ZeitGroße Websites, Shops, nach großen Umbauten
Monitoring-Werkzeuge für kleine und mittlere Websites

Für die Statistiklösung gilt: Welche du nimmst, ist weniger wichtig als die Frage, ob sie Anfragen zählt und ob die Einwilligung sauber umgesetzt ist. Den Vergleich der Optionen findest du im Artikel zu GA4 und Alternativen.

Die wichtigsten Signale mit Alarmgrenzen

Das Herzstück. Für jedes Signal steht dabei, wo du es findest, ab wann es wirklich ein Alarm ist und was du als Erstes prüfst. Die Grenzwerte sind Richtwerte für eine typische Unternehmenswebsite – bei sehr kleinem oder sehr großem Verkehr verschiebst du sie entsprechend.

SignalWo du es siehstWann es ein Alarm istErste Maßnahme
ErreichbarkeitErreichbarkeitsprüfungZwei aufeinanderfolgende Fehlversuche, also rund zehn Minuten AusfallHosting-Statusseite prüfen, dann letzte Veröffentlichung, dann Domain und DNS
Serverfehler (Statuscodes 500 bis 599)Fehlerprotokoll, ErreichbarkeitsprüfungJeder Serverfehler auf einer wichtigen Seite, oder mehr als vereinzelte Fehler pro TagFehlerprotokoll lesen, im Zweifel auf den letzten funktionierenden Stand zurück
Antwortzeit des ServersErreichbarkeitsprüfung, PageSpeed InsightsDauerhaft über etwa einer Sekunde bis zur ersten AntwortHosting-Auslastung, Datenbank und Zwischenspeicher prüfen
Nicht gefundene Seiten (404)Search Console, ServerprotokolleSprunghafter Anstieg nach einer Veröffentlichung oder 404 auf verlinkten SeitenWeiterleitungen ergänzen, interne Links korrigieren
Indexierte SeitenSearch Console, Bericht zur SeitenindexierungWichtige Seiten verschwinden aus dem Index oder der Bestand fällt deutlichAusschlussgründe im Bericht lesen, Sperrvermerke und Verweise auf Originalseiten prüfen
Klicks aus der SucheSearch Console, LeistungsberichtRückgang über zwei bis vier Wochen gegenüber dem VorjahreszeitraumNach Seite und Suchanfrage aufschlüsseln, technische Änderungen im Zeitraum prüfen
Core Web VitalsSearch Console, PageSpeed InsightsWenn Seitengruppen von gut auf verbesserungswürdig wechseln oder LCP über 2,5 Sekunden steigtBilder, Skripte von Drittanbietern und neue Einbindungen prüfen
Anfragen und KontaktklicksStatistiklösung, EreignisseBesuche stabil, Anfragen fallen über zwei Wochen deutlichFormular testen, Zustellung prüfen, Kontaktstrecke auf dem Handy durchgehen
Fehlerquote bei FormularenFehlerprotokoll, Ereignisse in der StatistiklösungMehr als vereinzelte Fehlversuche pro WocheValidierung, Spamschutz und Mailversand prüfen
Ablauf des SSL-ZertifikatsErreichbarkeitsprüfungWeniger als 14 Tage RestlaufzeitAutomatische Verlängerung prüfen, sonst manuell erneuern
Sitemap-DateiSearch ConsoleFehler beim Abruf oder deutlich weniger URLs als erwartetErzeugung der Datei prüfen, nur indexierbare Seiten aufnehmen
Manuelle Maßnahmen und SicherheitsproblemeSearch Console, Bericht SicherheitJede Meldung, sofortUrsache klären, bereinigen, anschließend Überprüfung beantragen
Signale, Alarmgrenzen und erste Maßnahme

Erreichbarkeit und Serverfehler

Diese beiden sind die einzigen, bei denen ein Alarm wirklich sofort auf das Telefon gehört. Stelle die Prüfung auf mindestens zwei aufeinanderfolgende Fehlversuche, bevor gemeldet wird – sonst weckt dich der erste Netzwerkaussetzer. Lass zusätzlich zur Startseite eine zweite wichtige Seite prüfen, etwa die Kontaktseite oder eine Leistungsseite. Es kommt vor, dass die Startseite ausgeliefert wird, während der Rest der Seite Fehler wirft.

Indexierung und Klicks aus der Suche

Die Search Console ist hier die einzige verlässliche Quelle, weil sie zeigt, was Google tatsächlich sieht. Zwei Berichte reichen: Seitenindexierung beantwortet, ob deine wichtigen Seiten überhaupt im Index sind, und Leistung zeigt, wie viele Klicks und Einblendungen daraus entstehen. Wichtig ist der Vergleichszeitraum: Die Daten der letzten drei Tage sind unvollständig, und einzelne Tage schwanken stark. Vergleiche daher immer 28 Tage mit den 28 Tagen davor.

Wenn Seiten unerwartet aus dem Index fallen, liegt die Ursache meist an drei Stellen: ein Sperrvermerk, der versehentlich live gegangen ist, ein Verweis auf eine andere Originalseite, oder eine Weiterleitung, die ins Leere führt. Die Details dazu stehen in den Artikeln zu Canonicals, Redirects und www und zu Robots.txt und Sitemap.

Core Web Vitals

Die drei Werte messen, wie echte Besucher deine Seite erleben: LCP ist die Zeit, bis der größte sichtbare Inhalt geladen ist, Zielwert unter 2,5 Sekunden. INP misst, wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert, Zielwert unter 200 Millisekunden. CLS beschreibt, wie stark Inhalte beim Laden verrutschen, Zielwert unter 0,1.

Für das Monitoring zählen die Felddaten aus dem Bericht der Search Console, nicht der Einzeltest im Labor. Ein Labortest schwankt je nach Netz und Gerät und verleitet zu Aktionismus. Achte stattdessen darauf, ob eine ganze Seitengruppe die Kategorie wechselt – das ist das Signal, dem du nachgehst. Die Hintergründe erklärt Core Web Vitals verständlich erklärt.

Anfragen als Signal

Das wichtigste Signal steht nicht in der Search Console: Kommen Anfragen herein? Wenn Besuche stabil bleiben und Anfragen einbrechen, liegt der Fehler fast nie am Marketing, sondern an der Technik oder der Kontaktstrecke. Damit das überhaupt messbar ist, brauchst du definierte Ereignisse für Formularabsendung, Telefonklick und Terminbuchung. Wie du die sauber festlegst, steht im Event-Tracking Plan.

Alarme so einstellen, dass du sie ernst nimmst

Das größte Risiko beim Monitoring sind nicht fehlende Meldungen, sondern zu viele. Wer dreimal pro Woche eine Warnung bekommt, die sich von selbst erledigt, wischt irgendwann auch die wichtige weg.

  • Nur zwei Kanäle. Dringendes auf das Telefon, alles andere in ein Postfach, das wöchentlich geöffnet wird. Keine dritte Sammelstelle.
  • Verzögerung einbauen. Erst melden, wenn ein Fehler mehrfach hintereinander auftritt.
  • Eine verantwortliche Person benennen, nicht eine Verteilerliste. Bei Verteilern fühlt sich niemand zuständig.
  • Nachts anders behandeln. Bei den meisten Unternehmenswebsites ist ein Ausfall um drei Uhr nachts kein Fall für einen Anruf. Bei einem Shop schon.
  • Jeden Fehlalarm zum Anlass nehmen, die Schwelle anzupassen oder den Alarm zu löschen. Ein Monitoring, das nie aufgeräumt wird, verrottet.

Tipp: Teste deine Alarmkette einmal bewusst. Stelle eine Prüfung kurz auf eine nicht existierende Adresse und schau, ob die Meldung wirklich ankommt – und bei wem. Erstaunlich oft landet sie in einem Postfach, das niemand mehr liest.

Wochen- und Monatsroutine

Ohne festen Termin passiert Monitoring nicht. Die folgende Aufteilung hat sich bewährt: einmal pro Woche ein kurzer Blick, einmal im Monat ein längerer.

RhythmusAufgabeWerkzeugDauer
WöchentlichKlicks und Einblendungen der letzten 28 Tage mit dem Vorzeitraum vergleichenSearch Console, Leistungsbericht4 Minuten
WöchentlichNeue Fehler im Bericht zur Seitenindexierung durchsehenSearch Console3 Minuten
WöchentlichAusfälle und Antwortzeiten der Woche überfliegenErreichbarkeitsprüfung2 Minuten
WöchentlichAnfragen und Kontaktklicks der Woche mit dem Schnitt vergleichenStatistiklösung3 Minuten
WöchentlichNach jeder Veröffentlichung: wichtigste Seiten kurz aufrufen und Formular testenBrowser3 Minuten
MonatlichGewinner- und Verliererseiten bestimmen, nach Suchanfragen aufschlüsselnSearch Console15 Minuten
MonatlichCore-Web-Vitals-Bericht auf Gruppenwechsel prüfen, mobil und Desktop getrenntSearch Console, PageSpeed Insights10 Minuten
MonatlichAnfragen nach Quelle und Zielseite auswertenStatistiklösung10 Minuten
MonatlichWeiterleitungen und Originalseiten der wichtigsten URLs stichprobenartig prüfenBrowser, Prüfwerkzeuge5 Minuten
MonatlichAlarme aufräumen: Fehlalarme abschalten, Schwellen nachziehenMonitoring-Werkzeuge5 Minuten
Monitoring-Routine für Woche und Monat

Der wichtigste Eintrag in dieser Liste ist der letzte Wochenpunkt: nach jeder Veröffentlichung kurz nachschauen. Der überwiegende Teil aller technischen Probleme entsteht genau in diesem Moment, und in den ersten Minuten sind sie am billigsten zu beheben.

Was du getrost ignorieren kannst

Genauso wichtig wie die richtigen Signale ist die Erlaubnis, den Rest wegzulassen. Diese Werte kosten Aufmerksamkeit und geben selten Anlass zu einer Handlung:

  • Tagesgenaue Platzierungen einzelner Suchbegriffe. Sie schwanken je nach Ort, Gerät und Verlauf. Schau stattdessen auf Klicks über 28 Tage.
  • Der Punktwert eines einzelnen Labortests. Ein Wert von 92 statt 96 bedeutet nichts. Relevant sind die Felddaten echter Besucher.
  • Absprungrate als Einzelwert. Ohne Kontext sagt sie fast nichts. Jemand, der deine Telefonnummer findet und anruft, gilt oft als Absprung.
  • Die reine Besuchszahl. Mehr Besuche ohne mehr Anfragen sind kein Erfolg.
  • Zugriffe von Programmen und Scannern. In jedem Serverprotokoll stehen Hunderte Anfragen von Programmen, die nach Lücken suchen. Solange sie nichts finden, sind sie Rauschen.
  • Einzelne 404-Seiten aus Fremdlinks. Wenn irgendwo eine falsch geschriebene Adresse verlinkt ist, ist das kein Problem. Wichtig sind 404 auf Seiten, auf die du selbst verlinkst.
  • Bewertungsnoten von Prüfwerkzeugen Dritter. Viele Anbieter erzeugen Noten, die vor allem ihr eigenes Produkt verkaufen sollen.
  • Wöchentliche Schwankungen bei sehr kleinen Zahlen. Bei zehn Anfragen im Monat ist eine Woche mit einer einzigen Anfrage kein Signal, sondern Zufall.

Wenn etwas einbricht: systematisch eingrenzen

Wenn die Zahlen fallen, ist die häufigste Reaktion hektische Ursachensuche in alle Richtungen. Schneller geht es andersherum: erst die Art des Einbruchs bestimmen, dann gezielt prüfen.

BeobachtungWahrscheinliche UrsacheErster Check
Alles bricht an einem Tag gleichzeitig einTechnische Änderung oder AusfallWas wurde an diesem Tag veröffentlicht, gab es eine Störung beim Hosting
Nur einzelne Seiten verlieren, der Rest bleibt stabilInhaltliche oder WettbewerbsgründeSuchanfragen dieser Seiten ansehen, Ergebnisseite bei Google prüfen
Einblendungen bleiben, Klicks fallenTitel, Beschreibung oder Darstellung in der Suche verändertTitel und Beschreibung prüfen, neue Elemente in der Ergebnisseite beachten
Klicks bleiben, Anfragen fallenFormular, Zustellung oder Kontaktstrecke defektTestanfrage senden, Zustellung prüfen, Ereignisse in der Statistik kontrollieren
Besuche und Anfragen fallen, Search Console zeigt nichtsMessung selbst ist defektEinwilligungsbanner und Einbindung der Statistiklösung prüfen
Indexierte Seiten sinken stufenweiseSperrvermerke, Originalseiten-Verweise oder WeiterleitungenBericht zur Seitenindexierung nach Ausschlussgründen sortieren
Alles fällt langsam über MonateTechnische Schulden oder veraltete InhalteLadezeiten, Inhalte und interne Verlinkung im Monatsreview durchgehen
Einbruch eingrenzen: Muster und erste Prüfung

Die wichtigste Frage bei jedem Einbruch lautet: Wann genau hat es angefangen? Lege den Verlauf der Klicks neben die Liste deiner Veröffentlichungen. In den meisten Fällen fällt die Antwort sofort ins Auge. Wenn ein Umbau bevorsteht, hilft die Checkliste für den Relaunch ohne Rankingverlust, damit dieser Fall gar nicht erst eintritt.

Serverprotokolle: wann sie sich lohnen

Serverprotokolle, oft Logdateien genannt, halten jede einzelne Anfrage an deine Website fest: Adresse, Zeitpunkt, Statuscode, Antwortzeit und das abrufende Programm. Das ist die einzige Quelle, die zeigt, was Suchmaschinen wirklich tun – statt was du vermutest.

Sinnvolle Fragen an die Protokolle:

  • Ruft der Googlebot tatsächlich deine wichtigen Seiten ab, oder verbringt er seine Zeit in Filter- und Sortierseiten?
  • Bekommen Suchmaschinen andere Statuscodes als Besucher, etwa Serverfehler, die im Alltag niemandem auffallen?
  • Hängen Programme in Weiterleitungsketten fest, bei denen erst nach drei Stationen die Zielseite erscheint?
  • Gibt es Adressen mit vielen Abrufen, die gar nicht im Index stehen sollten?

Für eine Website mit dreißig Seiten ist das Aufwand ohne Ertrag. Ab einigen tausend Adressen, bei Shops mit Filtern oder nach einem großen Umbau ist es oft die schnellste Antwort auf die Frage, warum wichtige Seiten nicht in den Index kommen. Frag beim Hosting nach, ob und wie lange Protokolle vorgehalten werden – häufig sind es nur wenige Tage, und im Ernstfall ist der relevante Zeitraum dann schon gelöscht.

Monitoring für verschiedene Unternehmensgrößen

Nicht jede Website braucht dasselbe Setup. Drei Ausbaustufen, die sich in der Praxis bewährt haben:

Kleine Website, wenige Seiten, Anfragen per Formular und Telefon. Search Console eingerichtet, kostenlose Erreichbarkeitsprüfung auf zwei Adressen, eine Statistiklösung mit drei Ereignissen. Wochenblick fünf Minuten, Monatsreview zwanzig Minuten. Mehr ist hier verschwendete Zeit.

Wachsende Website mit Inhaltsstrategie. Zusätzlich Core-Web-Vitals-Bericht im Blick, Ereignisse für alle Kontaktwege, Auswertung der Gewinner- und Verliererseiten pro Monat und ein kurzer Bericht, der festhält, was verändert wurde. Für die Verbindung von Inhalten und Struktur lohnt parallel der Artikel zu internen Links und Themen-Clustern.

Onlineshop oder Buchungssystem. Hier zählt jede Stunde Ausfall direkt in Umsatz. Erreichbarkeitsprüfung engmaschig und auf mehrere Schritte des Bestellwegs, Fehlerprotokolle mit Alarm, Überwachung des Bezahlvorgangs, dazu Serverprotokolle für die Indexierung. Alarme gehen hier auch nachts heraus.

Nächster Schritt

Wenn du selbst anfangen willst, richte in der nächsten Stunde drei Dinge ein: Search Console bestätigen, eine Erreichbarkeitsprüfung auf Startseite und Kontaktseite legen, und einen wöchentlichen Kalendereintrag von 15 Minuten anlegen. Das deckt den größten Teil des Risikos ab. Alles Weitere kannst du ergänzen, wenn die Routine steht.

Wenn du lieber einen Partner hast, der das Setup aufbaut und die Signale im Blick behält: Wir richten Monitoring für Unternehmen aus Magdeburg und ganz Deutschland so ein, dass es selten meldet und dann zu Recht – mit klaren Alarmgrenzen, einer festen Ansprechperson und einem monatlichen Bericht, der Handlungen statt Diagramme enthält.

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FAQ

Reicht die Google Search Console als Monitoring?
Für die Sichtbarkeit in der Suche ja, für den Betrieb nicht. Die Search Console zeigt Indexierung, Klicks und Fehler beim Crawlen, aber immer mit einigen Tagen Verzögerung. Ausfälle, Serverfehler und kaputte Formulare musst du zusätzlich überwachen, sonst erfährst du davon erst, wenn der Schaden schon entstanden ist.
Was kostet ein brauchbares Monitoring?
Für eine normale Unternehmenswebsite oft nichts oder sehr wenig. Google Search Console und Google Analytics sind kostenlos, für Erreichbarkeitsprüfungen gibt es kostenlose Tarife mit Prüfung alle fünf Minuten. Geld kostet erst die Stufe darüber: sekundengenaue Prüfungen, Fehlerprotokolle aus dem Programmcode und ausführliche Berichte.
Wie oft sollte ich mein Monitoring anschauen?
Automatische Alarme laufen rund um die Uhr, dort schaust du nur hin, wenn etwas gemeldet wird. Dazu kommt ein wöchentlicher Blick von etwa 15 Minuten auf Trends und ein monatlicher Durchgang von etwa 45 Minuten für die größeren Linien. Häufiger hineinschauen bringt keine besseren Entscheidungen, nur mehr Unruhe.
Ab wann ist ein Ranking-Verlust wirklich ein Problem?
Einzelne Platzierungen schwanken täglich, das ist normal und kein Handlungsgrund. Ein Problem liegt vor, wenn die Klicks aus der Suche über zwei bis vier Wochen spürbar unter dem Niveau der Vormonate liegen, wenn viele Seiten gleichzeitig verlieren oder wenn der Abfall zeitlich mit einer technischen Änderung zusammenfällt.
Welche technischen Fehler schaden am schnellsten?
Nichterreichbarkeit und Serverfehler stehen ganz oben, weil sie sofort Besucher und Anfragen kosten. Danach kommen falsche Weiterleitungen und versehentlich gesetzte Ausschlüsse von der Indexierung nach einem Umbau. Beides passiert fast immer direkt nach einer Veröffentlichung neuer Änderungen.
Brauche ich eine Auswertung der Serverprotokolle?
Für kleine Websites in der Regel nicht. Search Console, Erreichbarkeitsprüfung und die Fehlermeldungen des Hostings decken das Wesentliche ab. Ab einigen tausend Unterseiten, bei Shops mit vielen Filterseiten oder nach einem großen Umbau liefern Serverprotokolle Antworten, die kein anderes Werkzeug gibt.
Was ist wichtiger: Platzierungen oder Anfragen?
Anfragen. Platzierungen sind nur ein Zwischenschritt. Eine Seite auf Position drei, die niemanden zum Anrufen bringt, ist weniger wert als eine Seite auf Position sieben, über die jede Woche Kontakte hereinkommen. Deshalb gehören Kontaktklicks und Formularabsendungen ins Monitoring.
Wie viele Alarme sind zu viele?
Wenn du einen Alarm bekommst, ohne dass du etwas tun musst, ist es einer zu viel. Ein gutes Setup meldet sich selten und dann zu Recht. Mehr als etwa eine Meldung pro Monat ohne echten Handlungsbedarf führt dazu, dass irgendwann alle Meldungen weggewischt werden, auch die wichtige.